Kinoptikum Landshut
FENCES  Black Power
 Di 04.04. 
 Mi 05.04. 
 Do 06.04. 
21:00
18:30
21:00
Die 50er Jahre in Pittsburgh, USA: Der afroamerikanische Ex-Baseballspieler Troy Maxson (Denzel Washington) ist Müllmann und trägt schwer daran, es als Sportler nie dahin geschafft zu haben, wo er hinwollte. Troys Familie besteht aus Ehefrau Rose (Viola Davis), die alle von Troys Launen kennt – die ihn liebt, wenn er sanftmütig ist und ihn erträgt, wenn er herrisch wird. Die Familie besteht weiter aus Sohn Cory (Jovan Adepo), einem Teenager mit Ambitionen auf eine Footballkarriere, die vom Vater dadurch torpediert wird, dass der seine eigenen sportlichen Enttäuschungen auf den Sprössling projiziert. Außerdem sind da Lyons (Russell Hornsby), Troys sanftmütiger Sohn aus seiner vorherigen Ehe, ein 34-jähriger finanziell klammer Jazzmusiker, und Troys jüngerer Bruder Gabriel (Mykelti Williamson), ein Kriegsveteran. Diese Familie droht zu zerreißen, als Troy eine fragwürdige Entscheidung offenbart… Denzel Washington führt ein Ensemble an, das sich bis zuletzt aufopferungsvoll in ihre von Ambivalenzen bestimmten Charaktere wirft. Da werden (zwischen-)menschliche Intensitäten freigelegt, die sich, wie Troy Maxon in die Seele seiner Familie, bis in das eigene Fleisch graben. Fences geht permanent auf Tuchfühlung mit seinen Hauptakteuren, erzählt mit merklicher Lebensweisheit von Familie, vom alltäglichen Kampf, über die Runden zu kommen, von Selbsthass, Selbsterhaltung und Selbstbestimmung. Von Stolz, Zurückweisung, Dankbarkeit, der Wechselwirkung zwischen Zuneigung und Abhängigkeitsqual sowie der Unmöglichkeit, dem Schatten seiner Eltern vollständig zu entwachsen. Nur was weh tut, ist wahr. Wenn schon abgefilmtes Theater, dann bitte so. Ein kraftstrotzendes Erlebnis. Ein komplexes Geflecht aus gesellschaftlichen Umständen und ambivalenten Figuren, die aus ihren eigenen persönlichen Überzeugungen heraus handeln (und somit auch aus eigenem Antrieb Scheiße bauen). Troy Maxson etwa steckt voller faszinierender Gegensätze: Er ist stolz darauf, mit seinem Job für seine Familie sorgen zu können, aber er wäre trotzdem lieber etwas anderes als Müllmann geworden; er trichtert seinen Kindern nachdrücklich seine konservativen Werte ein, geht aber trotzdem fremd; er trauert seiner eigenen vertanen Baseball-Chance nach, versperrt aber trotzdem seinem Sohn den Weg zur Football-Karriere. Die meisten Filmemacher würden diese Widersprüche nutzen, um die Figur zu „entlarven“ – aber Wilson und Washington zeichnen stattdessen lieber das Porträt eines schwarzen Mannes, der viel Schmerz erlitten und auch selbst viel Mist gebaut hat, der aber trotz all seiner Fehler stolz seinen Weg geht. Man muss diesen Troy Maxson mit seiner ständigen Doppelmoral absolut nicht mögen, man muss ihn aber auch nicht verachten – und diese Offenheit ist „Fences“ hoch anzurechnen.
Land/Jahr: 
USA 2016
Regie:
Denzel Washington
Darsteller:
Denzel Washington, Viola Davis
Länge:
138 Min.
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