Kinoptikum Landshut
HELLE NÄCHTE
 Di 07.11. 
 Mi 08.11. 
 Sa 30.12. 
21:00
18:30
21:00
Ein Roadtrip durch Norwegen. Fjorde, Licht, Auto: In Thomas Arslans Familiendrama "Helle Nächte" brillieren die beiden Hauptdarsteller bei dem Versuch, Vater und Sohn zu versöhnen. Der in Berlin lebende Bauingenieur Michael erhält die Nachricht vom Tod seines Vaters. Zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn Luis, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, reist er zum Begräbnis in die Einsamkeit des nördlichen Norwegens, wohin sich Michaels Vater vor langer Zeit zurückgezogen hatte. Nach dem Begräbnis verbringen Michael und Luis noch einige Tage in der Region. Ihre erste gemeinsame Reise, von der sich Michael erhofft, seinem Sohn näher zu kommen, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Der tägliche Umgang miteinander ist für beide ungewohnt und Luis´ Verletzungen wegen der jahrelangen Abwesenheit seines Vaters stehen zwischen ihnen. In den langen Tagen der Sommersonnenwende, in denen es auch nachts nicht dunkel wird, versucht Michael den Kreislauf der Wiederholungen zu durchbrechen… Eine Annäherung an ein kompliziertes Vater-Sohn-Verhältnis, aber auch an einen Menschen, der mit seiner Welt nicht im Reinen ist. Thomas Arslan schildert das minutiös, gelegentlich mit leichtem Witz, in einer schönen Ambient-Erhabenheitsfantasie, die viel aufgreift vom hypnotischen Minimalrausch langer Autofahrten. Kameramann Reinhold Vorschneider greift Intimität und Verlorenheit dieses sperrigen Beisammenseins in raumgreifenden Totalen auf. Wie in jedem Roadmovie wird die äußere Bewegung allmählich zum Katalysator einer inneren Veränderung. Wie so oft bei Arslan ist auch hier am Ende vieles offen: Es ist ein Kino der Interpretationen, der Möglichkeiten und der Verunsicherung, das im besten Sinne Raum lässt – seinen beiden großartigen Protagonisten – aber auch dem Publikum. Das ist bei Arslan auf Wesentliches skelettiert und mit einer sparsamen Prise Pathos versehen, die das Wissen um die Position des Vaters wie des Sohns durchscheinen lässt, sehr schön und am Ende auch sehr berührend erzählt. Man muss sich auf die Langsamkeit und Sprödigkeit von Helle Nächte einlassen können: Dann ist es ein Film, der einen warm berührt. (rbb)
Land/Jahr: 
D/N 2017
Regie:
Thomas Arslan
Darsteller:
Georg Friedrich, Tristan Göbel
Länge:
86 Min.
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