Kinoptikum Landshut
THE SQUARE
 Do 07.12. 
 Fr 08.12. 
 Sa 09.12. 
20:30
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Christian Nielsen ist der Chefkurator eines Museums in Stockholm und steckt aktuell mitten in den Vorbereitungen für eine Installation mit dem Namen "The Square". Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Freifläche, auf der sich jeder humanitär und zuvorkommend verhalten soll und auf der jeder die Hilfe bekommen soll, die er benötigt. Doch die Vorbereitungen werden durch eine Reihe von Ereignissen erschwert. Zum einen wird Christian Opfer einer Gruppe von Trickdieben und offenbart bei dem Versuch, seine Wertsachen zurückzubekommen, dass er doch nicht so frei von Vorurteilen ist, wie er gerne wäre. Zum anderen entwickelt sich die Werbekampagne für "The Square" nicht so, wie Christian es gerne hätte, und auch die Affäre mit der US-Kunstjournalistin Anne läuft nicht besonders gut… Wie zähmt man den Urzeitaffen in sich? Ruben Östlunds Filmsatire „The Square“ verweigert auf brillante Weise die Antwort. In Cannes gab es dafür die Goldene Palme. Zu Recht. In 145 atemlos verstreichenden Minuten gewinnt Östlund der Frage nach dem richtigen Leben immer neue Aspekte ab. In den Szenen um Christians Cheerleader-Töchter bebildert er die Utopie gelingender Gemeinschaft. Ein anderer Nebenstrang persifliert die digitale Öffentlichkeit, in der Museen nicht mit Museen um Aufmerksamkeit konkurrieren, sondern – wie ein PR-Hipster es schonungslos ausdrückt – „mit Terroristen und Naturkatastrophen“. Östlund setzt in seinem Film sogar die Produktion bildender Kunst fort: Mit dem Artisten Terry Notary, der sonst oft als Bewegungsdouble für Filmaffen zu sehen ist, inszeniert er umwerfende Video- und Performance-Arbeiten, die auch außerhalb der Fiktion museumstauglich sind. Vor allem aber stellt „The Square“ in hoher Schlagzahl die richtigen Fragen: Soll man Bettlern Geld geben oder zementiert man damit die Ungleichheit? Muss man einen Tourette-Journalisten in der Pressekonferenz inkludieren – auch wenn dann außer „Ficken“ nichts mehr zu hören ist? Und wie beherrschen wir den Urzeitaffen in unserem genetischen Bauplan? Östlund weiß es auch nicht. Aber die Art, wie er die Antwort verweigert, trifft die uns alle mitten zwischen die Augen.
Land/Jahr: 
S 2017
Regie:
Ruben Östlund
Darsteller:
Claes Bang, Elisabeth Moss
Länge:
142 Min.
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