Kinoptikum Landshut
JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN  40 Jahre Wunschfilm
 Di 20.02. 
 Mi 21.02. 
 Do 22.02. 
18:30
18:30
21:00
Mechaniker Abram, 20, (Martin Sperr) kehrt aus Landshut ins Heimatdorf Unholzing zurück, wo er als Sohn der Flüchtlingsfrau Barbara aufwuchs. Die Dörfler tuscheln über den "warmen Bruder". Abram macht sich bei der Ernte nützlich und erträgt den Spott. Nur Dienstmagd Hannelore (Angela Winkler), die für Bezahlung mit allen schläft, freundet sich mit ihm an. Als bekannt wird, dass sie ein Kind von Abram erwartet, geht die Hetze weiter. Abram will den Ort verlassen, sticht Hannelore, die sich an ihn hängt, nieder und flieht in die Wälder. Eine heftige und schockierende Variante des Heimatfilms, der nicht die heile Welt abbildet, sondern die harte Realität einer rückständigen Gesellschaft. Völlig unabhängig, ohne Gelder vom Fernsehen und ohne Verleihgarantie verfilmten Regisseur Peter Fleischmann und Produzent Rob Houwer 1969 das gleichnamige Theaterstück von Martin Sperr. Wie sich die Dorfgemeinschaft langsam gegen den sonst so beliebten jungen Mann wendet, wie amoralisch sich die angeblich so moralischen Bürger des Dorfes gegen einen Außenseiter wenden, das schildert der Film in beängstigenden Bildern. Bilder, die auch deswegen so echt wirken, weil sie an Ort und Stelle mit Laiendarstellern entstanden, die neben professionellen Schauspielern auftreten (darunter die noch zu Beginn ihrer Karriere stehenden Hanna Schygulla und Angela Winkler). Der Film führte zu heftigsten Reaktionen, wurde zum Skandal. Ein erschütternder Film, den wohl auch heute noch einige hassen, andere aber lieben werden. "Kino Kontrovers" eben, noch immer. Ein Klassiker. (T.Sunderdiek)
Land/Jahr: 
D 1968
Regie:
Peter Fleischmann
Darsteller:
Martin Sperr, Angela Winkler
Länge:
88 Min.
Farbe:
s/w
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