Kinoptikum Landshut
FRANKENSTEINS TODESRENNEN - Death Race 2000   Die Zelluloid-Kinemathek
 Fr 02.02. 
 Sa 03.02. 
21:00
21:00
Im Jahr 2000 ist die größte Unterhaltung in den faschistischen USA ein Autorennen von Küste zu Küste, bei dem die Teilnehmer Punkte erzielen, indem sie Passanten über den Haufen fahren. Frankenstein (David Carradine) ist der unangefochtene Champion und deshalb Ziel einer Widerstandsorganisation, die den Präsidenten umbringen und so das System stürzen will… : DEATH RACE 2000 thront auf seinem Platz ganz weit oben im Olymp des Exploitationfilms, ist immens kurzweilig, enorm witzig, ziemlich böse und trotz seines nun doch schon recht hohen Alters immer noch erstaunlich zeitgemäß. In seiner überdrehten Medienkritik und der Strategie, immer wieder die Übertragungen und Berichterstattungen des Fernsehens ins Geschehen zu integrieren, erkennt man in Paul Bartels Film einen frühen Vorläufer von Verhoeven, dem es in ROBOCOP und STARSHIP TROOPERS ähnlich gut gelingt, Anspruch und Trash zu vereinen. Die Bildkompositionen von Tak Fujimoto und die im pseudofuturistischen Stil der Siebziger gehaltenen Settings fordern Vergleiche mit (national)sozialistischer Kunst und Architektur heraus, unterfüttern Bartels Gesellschaftskritik und verleihen dem Film zudem eine passende kalte Stimmung, die einen schönen Kontrast zur haarsträubenden Geschichte bildet. Schöne Drehbucheinfälle wie jener, dass die Mächtigen des Landes versuchen, die Sabotageakte den Franzosen in die Schuhe zu schieben, runden einen sowieso schon sehr detailreichen und -verliebten Film perfekt ab. Es ist diese Mischung aus ungebremster, aber im vollen Bewusstsein inszenierter Infantilie und intellektueller Satire, die DEATH RACE 2000 so liebenswert und einzigartig macht. Gewalt, Splatter, Sex, Humor, Action, schnelle Autos, beknackte Kostüme, schöne Frauen, kernige Typen und handverlesene Geschmacklosigkeiten: DEATH RACE 2000 hat alles. (Oliver Nöding)
Land/Jahr: 
USA 1975
Regie:
Paul Bartel
Darsteller:
David Carradine, Sylvester Stallone, John Landis
Länge:
80 Min.