Kinoptikum Landshut
14. LANDSHUTER KUNSTNACHT
Fr  06.09. 19:00
Non-Stop von 19 - 23 Uhr: "Es bewegt sich alles - Stillstand gibt es nicht!" Alles weitere unter 14. Landshuter Kunstnacht.
Jean Tinguely (1925 – 1991) starb vor über 20 Jahren, seine Kunstwerke sind immer noch sehr lebendig. Sie rattern, klappern, spritzen, und quietschen. In Museen, unter freiem Himmel, in Brunnen. Räder, Riemen, Gestänge und Kleinteile, zusammengezimmert zu Maschinen, „monströs, lächerlich und sinnlos“,“dazu verdammt, in einem beschränkten Raum immer wieder die gleiche Bewegung auszuführen, ist das nicht eine verrückte Geschichte?“. Zeitlebens hat Tinguely immer wieder mit Ironie und anarchischem Esprit sein Werk öffentlich kommentiert, es gibt eine Fülle filmisches Archivmaterial über sein Schaffen. Er selbst kam im Leben genauso wenig zum Stillstand wie seine kinetischen Kunstwerke: Eine solche Künstlerbiografie bietet sich als Sujet für einen Dokumentarfilm geradezu an.
Der Schweizer Regisseur Thomas Thümena hat zugegriffen und zeichnet in Jean Tinguely den bewegten Lebensweg dieses außergewöhnlichen Künstlers nach. Von seinen Anfängen als Schaufensterdekorateur in Basel, über seine bettelarmen Jahre als Avantgardekünstler in Paris. Dann sein rasanter Aufstieg zum Star der internationalen Kunstszene, bis hin zu seiner Anerkennung auch in der Schweiz, gefeiert als Nationalheld. „König der Schweiz“ nannte ihn Niki de Saint Phalle scherzhaft.
Die Fülle an faszinierendem Archiv-Material von der Entstehung und Präsentation seiner Werke; wie es rattert, klappert, spritzt und quietscht; wie Tinguely schraubt, feilt und nie um Worte verlegen Stellung bezieht; das facettenreiche Bild, das die Interviewpartner von seiner Arbeitswut und Lebensfreude zeichnen; das alles macht Jean Tinguely zu einem sehenswerten und unterhaltsamen Dokumentarfilm – sogar für Leute, die vor Künstlerbiographien sonst eher zurückschrecken: Einem derart mitreißenden, charmanten Querkopf wie Jean Tinguely kann man kaum widerstehen (kino-zeit.de).
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