Kinoptikum
HARRAGA - DIE, DIE IHR LEBEN VERBRENNEN
Weltflüchtlingstag
Sa 15.06. 
18:00 
Do 20.06. 
18:00 
So 23.06. 
19:00 
Fr 28.06. 
18:00 
Ein aufrüttelndes Langzeitportrait von den Grenzen der Festung Europa
Sa , 15.06. Filmgespräch mit Regisseur Benjamin Rost in Koop mit dem HI
Vorwort des Regisseurs:
Als Dokumentarfilmer will ich Ungerechtigkeiten aufzeigen. Ich möchte Brücken zwischen Welten bauen, wo vorher keine existierten.
Im Jahr 2017, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, als autoritäre Regime Zäune und Mauern um Europa bauten, beschloss ich, einen Film über Grenzen zu drehen. Ohne genau zu wissen, was ich filmen wollte, reisten mein Kameramann Jonas Schneider und ich auf eigene Kosten nach Ungarn, wo Orbán gerade einen Grenzzaun um sein Land errichtete, und dann nach Melilla, dem Ort auf dem afrikanischen Kontinent, wo der größte
Grenzzaun in Europa steht: 12 Meter hoch, elektrifiziert und auf beiden Seiten mit Waffen bewacht. Er umgibt die gesamte Stadt. So wenig Melilla in den Medien vertreten ist, aus filmischer und politischer Sicht steckt sie voller Kontraste. Tagsüber spanische Kleinstadt-Normalität: Moscheen und arabische Teeläden säumen die Straßen zwischen spanischer Kolonialarchitektur und Tapas-Bars. Aber wenn es dunkel wird, zeigt Melilla ein anderes Gesicht. An den Grenzen versuchen jede Nacht Dutzende von Kindern den Zaun zu stürmen. Sie werden von der Polizei und dem Militär verprügelt. Pushbacks sind traurige Routine. Deshalb ist Melilla für uns als Filmemacher zu einer tragischen filmischen Allegorie für Europasgescheiterten Asylpolitik Europas. Ein Freiluftgefängnis, das es wert ist, erforscht zu werden.
Land/Jahr: 
D 2023
Länge:
86 Min.
Regie:
Benjamin Rost

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