Kinoptikum Landshut

MOON, DER PANDA


KinderKino
Sa 03.01. 15:30
Do 08.01. 18:00
So 11.01. 15:30

F/B 2025, 100 Min. FSK 6

Regie: Gilles de Maistre
mit Noe Liu, Sylvia Chang, Nina Liu

Eine ungewöhnliche Freundschaft im Bambuswald von Sichuan

Nach seinem Millionen-Erfolg „Ella und der schwarze Jaguar“ widmet sich Meisterregisseur Gilles de Maistre dem vielleicht liebenswertesten und flauschigsten Lebewesen der Tierwelt: dem Großen Panda. Die Geschichte über die außergewöhnliche Freundschaft zwischen einem Stadtjungen und einem Panda wird als fesselnde Abenteuerreise vor einer atemberaubend schönen Kulisse erzählt. Tian spielt lieber auf seiner Switch, als für die Schule zu lernen. Deshalb schickt ihn sein strenger Vater, zusammen mit der jüngeren Schwester, zur Großmutter aufs Land, nicht ahnend, dass die majestätischen Berge Sichuans eine noch viel größere Ablenkung für den Jungen bereithalten. Auf seinen Streifzügen durch die dichten Bambuswälder entdeckt Tian ein Panda-Baby, das von seiner Mutter alleingelassen wurde. Die beiden freunden sich an und erleben einen unbeschwerten und abenteuerreichen Sommer, bis Tians Eltern zu Besuch und hinter Tians Geheimnis kommen.
Immer wenn Tian (Noé Liu Martane), wie so oft in diesen Ferien, in den Wald läuft, sagt er seiner Großmutter Nai Nai (Sylvia Chang), dass er Holz sammeln will. In Wirklichkeit trifft er seinen neuen Freund, ein Pandababy. Tian redet mit dem Tier, baut ihm eine Rutsche, trägt es ein paar Schritte wie einen schweren Sack zum Schaukelpferd, das er aus Omas Wohnung geholt hat. Der verspielte, verschmuste Panda bewahrheitet die schönsten Kinderträume vom gutmütigen echten Bären, den man wie den eigenen Teddy umarmen darf.
Tian weiß, dass Große Pandas geschützt sind und Menschen sich ihnen in ihren Naturreservaten eigentlich nicht nähern dürfen. Aber der einsame, vom Vater Fu (Liu Ye) wegen schlechter Noten unter Druck gesetzte Junge braucht dringend einen Freund. Dieses glückliche Abenteuer öffnet ihm eine neue Welt, in der er sich entfalten und innerlich wachsen kann. Er will alles über die Lebensweise und -umstände des Pandas erfahren, informiert sich selbstständig und gründlich. So weiß er bald, dass der Bär, den er Moon nennt, umgesiedelt werden wird, weil die Bambusvorkommen, die er als Nahrung braucht, in dieser Region nicht ausreichen.
Was Tian erlebt, wird wohl kaum einem anderen Kind vergönnt sein. Aber gerade aus solchen unwahrscheinlichen Mensch-Tier-Freundschaften stricken der französische Regisseur Gilles de Maistre und seine Frau Prune, die die Drehbücher verfasst, ihre Spielfilme. Wie Mia und der weiße Löwe, Der Wolf und der Löwe, Ella und der schwarze Jaguar erschafft auch dieser Spielfilm Szenarien, welche die verbreitete kindliche Sehnsucht nach Freundschaft mit wilden Tieren befriedigen. Das mutet, flankiert von einer gewissen Naivität als erzählerischem Stilmittel, leicht märchenhaft an. Die de Maistres wollen so die Verbindung des Kinderpublikums zur Natur stärken und ihm auf emotionale Weise bewusst machen, dass wilde, oft bedrohte Tierarten und ihr Lebensraum schützenswert sind.
De Maistre dreht stets mit echten Tieren und ohne Spezialeffekte, was diesen Filmen etwas Spektakuläres verleiht. Bei Raubkatzen ging eine lange Gewöhnungsphase junger Tiere an die Hauptdarstellerinnen voraus. Das war mit dem Panda nicht nötig: Noé Liu Martane, der Tian spielt, nahm einen Monat vor Beginn der Dreharbeiten täglichen Kontakt mit den Großen Pandas auf, in ihrem natürlichen Lebensraum in der chinesischen Bergregion Sichuan. Der Regisseur konnte Anfang 2024, als Präsident Macron zum 60. Jubiläum der diplomatischen Beziehungen von China und Frankreich das Land der Mitte besuchte, die Gunst der Stunde nutzen. Der Weg für Co-Produktionen war geebnet worden, den Behörden gefiel das Drehbuch, den Vater spielt ein berühmter chinesischer Filmstar und dessen Kinder sind als Tian und seine Schwester Liya (Nina Liu Martane) zu sehen. Alexandra Lamy spielt die französische Mutter Emma, deren Ehe mit Fu in eine schwere Krise rutscht.
Weil mit den Pandas im geschützten Lebensraum keine aufwändigen Actionszenen gedreht werden konnten, gaben die de Maistres nach eigenen Angaben den Dramen der menschlichen Figuren mehr Raum. Tian lebt mit den Eltern in der Großstadt. Der Vater hat kaum Zeit für die Familie und fordert vom Sohn mehr Leistung in der Schule. Tochter Liya ist die Brave – allzu brav, wie Oma Nai Nai meint – und findet noch weniger Beachtung als Tian. Die Großmutter, die am Rande des Bambuswaldes in den Bergen lebt, ist stets fröhlich und bietet den beiden Kindern in den Ferien einen geschützten Raum, in dem sie tun und lassen können, was sie wollen.
Nai Nai repräsentiert auch die Weisheit fernöstlicher Kultur, die Kinder sehen sie Tai Chi üben und meditieren. Ihre Worte wirken stets gelassen und sie gibt sich naiv, um zu kaschieren, mit wie viel Umsicht und Klugheit sie in das Geschehen eingreift. Auf einem Abenteuertrip, der sich scheinbar ungeplant über mehrere Tage erstreckt, müssen Tian, Liya und Oma Nächte im Freien verbringen und gemeinsam mit Moon den Weg suchen. Mit seiner spannenden, thematisch vielseitigen Geschichte und den reizvollen Bärenszenen bietet der Film lohnende Kinounterhaltung. (kino-zeit.de)

Land/Jahr: 
F/B 2025
Länge:
100 Min.
Regie:
Gilles de Maistre
Darsteller:
Noe Liu, Sylvia Chang, Nina Liu