HOLA FRIDA
(OmU/DF)DF
span. OmU
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Hola Frida! – CND/F 2025, 82 Min. FSK 6
Regie: Karine Vézina, André Kadi
Ein farbenreiches Familienerlebnis mit der kleinen Frida
Hola Frida! erzählt für Kinder wie kunstbegeisterte Erwachsene aus der Kindheit und Jugend der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo und macht in vielen kleinen Szenen deutlich, dass Filme und eben auch dieser Film nicht mit dem Ende zu Ende sind, sondern darüber hinaus weiter bestehen – im Kopfkino des Publikums. So wie das Leben von Frida Kahlo auch nach Filmende weitergeht. Das wissen die Kinder im Kinosaal, auch wenn sie nichts über die Malerin wissen, und suchen danach bestimmt das Gespräch mit den wissenderen Eltern.
Im Mittelpunkt der Filmhandlung steht also die junge Frida, eine Grundschülerin aus Coyocán in Mexiko, die die Natur und einen zugelaufenen Straßenhund ebenso mag wie ihren besten Freund Tonito und die kleine Schwester, Christina. Schon früh weiß Frida, was sie will: Sie will Ärztin werden, auch wenn das im Mexiko zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch überhaupt nicht üblich ist und die Damen auf dem Marktplatz missbilligend den Kopf schütteln, wenn Frida von ihren Plänen erzählt. Dann jedoch erkrankt das Mädchen an Kinderlähmung und ist monatelang ans Bett gefesselt. Auch Christina darf nicht ins Zimmer, um sich nicht anzustecken, und so verbringt Frida viel Zeit mit sich selbst.
In dieser Zeit träumt sie auch vom Tod, nein, sie ringt mit ihm. Denn die elegante wie furchteinflößende Totenschädeldame will sie abholen und ins Totenreich führen. Gut, dass es da ein Seelenwesen gibt, das auf Frida aufpasst und seine Kräfte mit ihr teilt. Der Animationsfilm von André Kadi und Karine Vézina bringt in diesen Szenen die spielerische Andeutung ikonischer Bilder von Frida Kahlo wie „Las dos Fridsa“ (1939) auf die Leinwand, erklärt ihre Sicht auf die Welt und das von ihr im Krankenbett Erlebte, so dass es für Kinder verstehbar wird. Dabei hilft die Freundlichkeit der Figuren über die düstere Situation des Mädchens und die schaurigen Bilder der mexikanischen Kulturgeschichte hinweg: flächig und in leuchtend bunten Farben gemalt, mit kreisrunden Gesichtern, großen Augen und oft mit Blumen in den Haaren, so wie man Frida Kahlo eben vor Augen hat.
Ja, Hola Frida! integriert viel vom Volksglauben des mittelamerikanischen Landes – für einheimische Kinder ebenso wie für diejenigen, die noch nie in Berührung mit Mexiko gekommen sind. Das sind Rituale und Traditionen wie die des Día de los Muertos (Tag der Toten), die Stoffe und Geschichten über die Zapotecas, die Vorfahren, das indigene Volk im Süden Mexikos, ebenso wie die Bebilderung der Seelen der Verstorbenen und der Totenfrau, La Calavera Catrina. Oder auch der originelle Soundtrack von Laetitia Pansanel‑Garric mit warmer Gitarrenmusik, dem Einsatz der Marimba und mexikanischen Klangfarben. Das Titellied geht sofort ins Ohr, das nimmt man mit aus dem Kinosaal, verzaubert von Musik wie von den Bildern.
Frida erholt sich von der Erkrankung, wird sodann aber wegen ihrer dünnen Beine verlacht und als Hühnerbein beleidigt. Das setzt ihr fast noch mehr zu als die Allein-Zeit im Krankenzimmer. Aber auch hier boxt sie sich durch, kämpft und zieht sich Jungenhosen an, steht immer wieder auf und zeigt den Menschen in der Stadt: Hola, hier bin ich, hier ist Frida!
Auch das macht der Film deutlich: wie Frida zur Kämpferin wird, sich für ihre Rechte einsetzt und zum Vorbild für die Frauen einer ganzen Generation wird. Eine stolze Frau, die malt, ihren Schmerz wie ihren Stolz auf die Leinwand bannt, Bilder, von denen sie immer schon – als Kind – geträumt hat. Ja, und genau diese Ansichten nimmt man mit aus dem Film: wie sie vor den Augen der Figur und gleichzeitig auf der Leinwand entstehen, wie Blumen wachsen und Schmetterlinge zu fliegen beginnen, wie aus einem Hintergrund und ein paar Farben ein wunderhübsches Gemälde wird. Hallo Fantasie! (kino-zeit.de)