Kinoptikum Landshut
SATAN DER RACHE - E dio disse a caino  Die Zelluloid-Kinemathek
Do 02.05.  21:00
Fr 03.05.  20:00
FSK 16
Und der Herr sprach zu Kain: Ein biblischer und bleihaltiger Italowestern im Gewand eines Horrorfilms.
Um es gleich vorweg zu nehmen: “Satan der Rache” ist Klaus Kinskis “Keoma” - nur düsterer, nihilistischer und fast eher wie ein apokalyptischer Horrorfilm inszeniert. Als High-Concept-Italowestern aus den Händen des einschlägig bekannten Genre-Filmer Antonio Margheriti bleibt “Satan der Rache” aber auf dem Teppich und versucht nicht ins Esoterische abzudriften wie “Töte Django” oder gar “El Topo”. Schon der originale Titel (“Und der Herr sprach zu Kain”) weist wieder mal auf eine biblische Abrechnung hin, die im Italowestern natürlich voll mit Blei bezahlt wird. Gary Hamilton (Kinski) hat 10 Jahre als Gefangener in einem Steinbruch schuften müssen und wird aufgrund einer Amnestie freigelassen. Schuld an seinem unfreiwilligen Arbeitsprogramm hat sein ehemals bester Freund Acombar (Peter Carsten hat den Film auch co-produziert), der ihn bei der Obrigkeit ans Messer geliefert und sich zusätzlich seine Freundin Maria (Marcella Michelangeli) unter den Nagel gerissen hat. Hamilton will deshalb nur noch gnadenlose Rache üben, die sich im Film aber nicht nur als blanke Gewalt, sondern zum Schluss als schmerzhaft tragische Oper griechischen Ausmaßes entlädt. Nach der kurzen Eröffnungssequenz im Steinbruch beobachtet der Film nur noch Hamiltons Angriff auf Acombar und seine Schergen. Dieser ausgewalzte Showdown funktioniert dank seiner inszenatorischen Vielfalt und einer gelungenen Atmosphäre. Der Rachefeldzug wird von einem Sturm begleitet, der den kleinen Ort wahrlich in eine Geisterstadt verwandelt, in der Hamilton wie ein Geist zwischen ächzenden Balken, knarrenden Türen, tröpfelnden Indianer-Katakomben und einer den Tod ankündigen Kirchenglocke sein blutiges Werk vollbringt. Visueller Höhepunkt des ausgedehnten Totentanzens ist die finale Konfrontation zwischen Hamilton und Acombar, bei der einige Spiegel eine zentrale Rolle spielen. “Satan der Rache” wird besonders mit seinem Epilog, bei dem deutlich wird, dass auch Kinskis Hamilton nie mehr etwas zu Lachen haben wird, zu einer schönen Überraschung aus dem weiten Feld des Italowesterns. (dvdrome)
Land/Jahr: 
IT/D 1969
Länge:
91 Min.
Regie:
Antonio Margheriti
Darsteller:
Klaus Kinski, Peter Carsten, Marcella Michelangeli
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