Kinoptikum Landshut
BANKSY - EXIT THROUGH THE GIFT SHOP  50 Jahre KVL OmU
Di 14.01. 
18:30 
Mi 15.01. 
21:00 
Grandiose Demontage des Kunstbetriebs - in der neuen Reihe zum 50. Geburtstag des Landshuter Kunstvereins!
Banksy ist ein international gefeierter Street Art-Künstler. Bekannt sind seine Schwarzweißbilder von sich küssenden Polizisten und Straßenkämpfern, die mit Blumen um sich werfen. Im Westjordanland bemalte der Brite die monströse Mauer der Israelis mit künstlerischen Durchbrüchen. Mittlerweile sind seine Guerilla-Arbeiten, die in meist nächtlichen Aktionen mit unterschiedlichsten Materialien im Öffentlichen Raum erstellt wurden, in Museen wie dem MoMA oder der Tate Modern zu sehen.
Wie Street Art selbst spielt auch „Exit Through The Gift Shop“ mit der Wahrnehmung der Zuschauer. Aber wie realisiert man mit den Mitteln des (in seiner Produktion wesentlich aufwändigeren) Films etwas anscheinend Beiläufiges, das im Alltäglichen gründet? Der erste (Spiel-?) Film Banksys sieht erst einmal aus wie eine Dokumentation: Wir erleben den französischen Boutiquenbesitzer Thierry Guetta aus Los Angeles, der schon immer alles gefilmt hat, was ihm vor die Linse kam. Als er irgendwann Street Art entdeckt, weil der bekannte Künstler Invader sein Neffe ist, dringt er immer mehr in die Szene rein, lernt viele der Stars wie Shephard Fairey kennen und findet in dieser Dokumentation ein Ziel für die emsige Aufnahme seiner Umwelt.Der ungeschickte Trottel Thierry, bei dem man befürchten muss, dass er bei einer Klebeaktion vom Dach fällt, ist selbst dabei, wenn eine Guantanamo-Szene in Disney Land nachgestellt wird und Panik bei der Security auslöst. Er schafft es sogar, das Filmmaterial heraus zu schmuggeln. Doch all dieses Material stapelt sich nur in Thierrys Wohnung. Eine hektisch zusammengehauene Schnittfassung für Banksy, der das Projekt eigentlich unterstützen wollte, erweckt bei diesen den Eindruck „einer Person mit geistigen Problemen und einer Kamera“. Also übernimmt Banksy die Regie und wir erleben nun, wie Thierry selber zum Künstler Mr. Brainwash wird, beziehungsweise die vorher dokumentierten Street Artisten ziemlich dreist und platt kopiert.Zu sehen, wie ein Idiot Erfolg hat, wie er - mit der für klassischen Dramaturgie eines „Making Of…“ - eine Mega-Ausstellung trotz aller Probleme zum Event macht, liefert eine andere Art von Humor. Der Spaß an einer innovativen Kunstform mit ihren schillerenden Aktionisten macht Platz für eine deftige Farce des Kunstbetriebes, dem man scheinbar alles andrehen kann. Das ist im zweiten Teil dann ein klares Statement des Künstlers Banksy, der sich mit seiner Anonymität diesem Zirkus teilweise entzieht. Und ihn auch wiederum bedient, wie man bei der Berlinale-Aufführung des Films und dem Rummel um einen vielleicht inkognito anwesenden Star erleben konnte. (Die Anonymität gründet allerdings ursprünglich auf der Angst vor Strafverfolgung, denn Street Art ereignet sich wie Graffiti im Öffentlichen Raum und wird von einigen Menschen als Sachbeschädigung betrachtet.)

Auf seiner Website banksyfilm.com nennt Banksy sein Werk „The worlds first Street Art disaster movie“ - den ersten Street Art Katastrophen-Film! Der Film ist zumindest in Teilen so wie die Produktionsfirma heißt: Paranoid. In Thierry hat er eine Haupt- und Witz-Figur, die zu duchgeknallt ist, um nicht echt zu sein. Doch dann wird sie mit ihren Aktionen selbst zur Kunst-Figur - in doppelter Bedeutung. So gelang „Exit Through The Gift Shop“ vor allem im ersten Teil als informativer und spaßiger Ausflug in die Welt der Street Art, während die zweite Hälfte als Realsatire der Kunstwelt eher absurd wirkt und viel lachendes Kopfschütteln verursacht. Wie die anderen Arbeiten von Banksy ist auch sein erster Spielfilm ein unvergleichliches Unikat und nicht nur für Kunstfreunde lohnend. (programmkino.de)
Land/Jahr: 
GB 2010
Länge:
86 Min.
Regie:
Banksy
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