Kinoptikum Landshut
TOVE
Do 26.05. 
18:00 
Sa 28.05. 
18:00 
Di 31.05. 
19:00 
Fr 03.06. 
20:30 
So 05.06. 
11:00 
FSK 12
Der skandinavische Kinohit über das komplexe Leben der Boheme-Künstlerin voll Aufbruchsstimmung und fabelhafter Tierwesen
Ab Mitte der 1940er-Jahre zeichnete die finnische Künstlerin Tove Jansson die Figuren, die sie berühmt machten – die nilpferdähnlichen Trollwesen namens Mumins. Sie wurden erst in Finnland bekannt, durch Bücher, Comicstrips, Puppenspiel- und Zeichentrick-Serien sowie Hörspiele – und eroberten von dort aus die Welt. Die Mumin-Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und sicherten Jansson einen Platz unter den bekanntesten skandinavischen Schriftstellerinnen. Bis heute scheint die Popularität der liebenswürdig-schrägen Zeichentrickfiguren ungebrochen. Doch wer war die Frau, die diese märchenhaften Wesen schuf?
Das beleuchtet nun die Biografie Tove der finnischen Regisseurin Zaida Bergroth. Sie zeigt die bisexuelle, schwedischsprachige Künstlerin und Autorin als unkonventionellen Freigeist, die das Leben und eine Frau liebt, die sie nicht halten kann. Und die zudem das Gefühl hat, als Malerin versagt zu haben. Der Film konzentriert sich dabei auf ein prägendes Jahrzehnt in Tove Janssons Leben, von 1944 bis 1955, und schildert ihre künstlerischen und persönlichen Leidenschaften sowie die damit verbundenen Herausforderungen.
Die 1914 in Helsinki geborene Tove (Alma Pöysti) wächst in einer künstlerischen Bohème-Familie auf – als ältestes Kind eines bekannten Bildhauers und einer Grafikerin. Obwohl sie Malerei studiert, zeichnet sie wie ihre Mutter auch Illustrationen, darunter politisch brisante Zeitschriftencover. Die Mumin-Figuren und ihre Freunde entwickeln sich aus ihren Kritzeleien, die sie anfertigt, während sie in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in den Luftschutzbunkern ausharrt. Nach den künstlerischen Idealen ihres Vaters sind ihre Zeichnungen ihres Talents nicht würdig. Er rät ihr, sich stattdessen auf die Malerei zu konzentrieren. Doch ihre Gemälde erhalten keine Stipendien und finden kaum Absatz, während sie mit ihrer grafischen Arbeit das nötige Einkommen erzielen kann.
Fest davon überzeugt, dass „das Leben ein wunderbares Abenteuer ist“, lässt sich Tove mutig auf eine Langzeitaffäre mit dem verheirateten sozialistischen Politiker Atos Wirtanen (Shanti Roney) ein. Zur gleichen Zeit lernt Tove die Theaterregisseurin Vivica Bandler (Krista Kosonen) kennen, eine verführerische Frau aus der Oberschicht, die ihren Reichtum und eine Vernunftehe nutzt, um ihre privaten Interessen ausleben zu können. Tove verliebt sich in sie – und obwohl ihre Romanze nicht von Dauer ist, inspiriert sie die Beziehung dazu, die Mumins durch ein Theaterstück zum Leben zu erwecken.
Der auf 16mm gedrehte Film überzeugt in erster Linie durch die einnehmende Präsenz seiner spannenden Darstellerin – Theaterschauspielerin Alma Pöysti in ihrer ersten Filmhauptrolle – die der echten Tove Jansson sehr ähnelt. Sie macht die Schöpferin der Mumins durch ihre gleichzeitig leise wie leidenschaftliche Darstellung nahbar. Der Fokus auf ihre Innenwelt, einschliesslich der Ambivalenz gegenüber ihrer Mumins-Kreationen, verleiht dem Film starke emotionale Momente.
Wie durch das Tanzen. Kurz vor dem Abspann erscheinen 8-mm-Aufnahmen der echten Tove, die fröhlich auf einer abgelegenen Insel tanzt. Zaida Bergroth lässt die sprühende Energie dieser Archivsequenz in den gesamten Film einfließen, indem sie Toves wildes Tanzen zu einem visuellen Leitmotiv macht, das schon im Eröffnungsprolog beginnt und ihre unbändige Lebenslust zelebriert. (kino-zeit.de)
Land/Jahr: 
FIN/S 2020
Länge:
102 Min.
Regie:
Zaida Bergroth
Darsteller:
Alma Pöysti, Krista Kosonen, Shanti Roney
Top