Kinoptikum Landshut
ZAMA span. OmU
 So 16.09.  20:30
 Di 18.09.  21:00
 Mi 19.09.  18:30
 Do 20.09.  21:00
Der Zorn Gottes: Eine entschleunigte Studie des Verfalls in Zeiten des europäischen Kolonialismus voll verblüffendem Witz und brillanter Unnachgiebigkeit.
Schauplatz ist eine spanische Kolonie in Lateinamerika, Ende des 18. Jahrhunderts, ein Kaff, kaum mehr als ein paar Hütten und Gebäude, irgendwo am Meer. Hier lebt Don Diego de Zama, ein niederer Beamter der Kolonialregierung, seit Jahren fern der Heimat, getrennt von Frau und Kindern, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich versetzt zu werden. Doch sein Anliegen stößt auf taube Ohren, immer wieder wird er übergangen, selbst Strafgefangene haben es leichter, den Posten zu verlassen, während Zama zum Warten verdammt ist. All das ist schon viel zu viel Erklärung, diese Beschreibung suggeriert eine Handlung, die nicht wirklich vorhanden ist, die im Gegenteil auch bewusst irrelevant erscheint. Lose Episoden reiht Martel aneinander, Diskussionen mit Vorgesetzten Zamas, ein Gespräch mit einer verführerischen Dame, der Zama den Hof macht, nur um von ihr ebenso abgewiesen zu werden, wie von allen anderen. Nichts passiert, die Zeit steht still, nichts scheint von Bedeutung, erst recht nicht die Tatsache, dass hier eigentlich Kolonialherren gezeigt werden, die sich eines Landes bemächtigt haben, die Eingeborenen unterdrücken. Einfach macht es Lucrecia Martel dem Zuschauer zwar nicht, „Zama“ ist ein extrem langsamer Film, der fast nur über Atmosphäre, über Stimmungen funktioniert. Man muss sich also darauf einlassen, nicht schon nach zehn Minuten ohne erkennbare Handlung ungeduldig werden, sondern sich dem Sog einer einzigartigen Stimmung überlassen, die „Zama“ zu so einem besonderen, bemerkenswerten Film macht.
Land/Jahr: 
ARG/BRA/SP 2017
Länge:
114 Min.
Regie:
Lucrecia Martel
Darsteller:
Daniel Giménez Cacho, Lola Dueñas
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