Kinoptikum Landshut

Veranstaltungen und Filmreihen 2019

DetailsOPEN AIR KINO beim Grosswirt in Mirskofen - das Kinoptikum geht aufs Land

Mi, 10.7.2019

THE BIG LEBOWSKI

Hundertmal gesehen und immer besser: der unvergleichliche Kultfilm der Coen-Brüder mit seinem Füllhorn skurriler Einfälle
Wer die Handlung dieses Films erzählen will, ist verloren. Denn zu den unverwechselbaren Stilmitteln von Ethan und Joel Coen gehören nun mal Absurdität und Verwirrung. Nichts läuft für die drei Hippie-Veteranen, die sich in die neunziger Jahre verirrt haben, nach Plan und so nimmt das Geschehen, angestoßen vom Zufall einer Verwechslung und vorangetrieben von Mißverständnissen und Täuschungsmanövern, unweigerlich seinen Lauf. Denn wie auf der Bowlingbahn gilt auch im Leben das Gesetz des Fatalismus, einmal angestoßen, nimmt die Kugel ihren Lauf.
(Regie Joel & Ethan Coen, USA 1998, 117 Min.)

Livemusik ab 20 Uhr: Trio Mio

Fine Acoustic Music aus Wasserburg
Do, 11.7.2019

THE SISTERS BROTHERS

Der Mensch lebt nicht vom Tod allein: Starbesetzter Goldrausch-Western, der ganz lässig an den Mythen des Genres kratzt.
Die Geschichte zweier ungleicher Brüder (John C. Reilly und Joaquin Phoenix), die während des Goldrausches von 1851 für einen skrupellosen Auftraggeber die Schmutzarbeit erledigen. Während der ältere Bruder sich nach einem sesshaften Leben sehnt, lehnt sich der jüngere gegen solche Ideen auf. Die zwischen revisionistischem Western, brutaler Action und Komödie balancierende Variation überzeugt auch durch eine humanistische Herangehensweise ans Western-Genre. Dabei nimmt er den Gründungsmythos Amerikas unter die Lupe und widersetzt sich allen Genrekonventionen. Ein großer Western, dunkel und melancholisch, witzig und ironisch und am Ende mit einem Fünkchen Hoffnung auf Humanität.
(Regie Jacques Audiard, Frankreich/USA/Spanien 2018, 121 Min.)

Livemusik ab 20 Uhr: John Flanagan - The travelling Scotchman

Fr, 12.7.2019

25 KM/H

Geht's nicht noch ein bisschen langsamer?
Das Wiedersehen entfremdeter Brüder, die sich mit ihren Schluchtenflitzern auf verspätete Deutschlandreise begeben.
Im Schwarzwald herrscht ein anderes Tempo, wie der Turbokapitalist Christian (Lars Eidinger) bald bemerken muss, als er in seine Heimat Löchingen zurückkehrt, da sein Vater gestorben ist. Bei der Beerdigung stehen sich die Brüder Georg (Bjarne Mädel) und Christian nach Jahrzehnten erstmals wieder gegenüber. Doch statt einer herzlichen Umarmung gibt’s erstmal ein paar aufs Maul. Die Spiellust und die feine Selbstironie des Duos sorgt dafür, dass man ihnen gerne auf dem Roadtrip quer durch Deutschland auf klapprigen Mofas folgt. Sie verleihen dem Ganzen einen sympathischen Retrocharme, der beweist: Für die große Freiheit muss es gar nicht immer der Highway und die Harley sein. Manchmal reichen eine Landstraße, ein Mofa und ein paar abseitige Ideen.
(Regie: Markus Goller, Deutschland 2018, 116 Min.)

Livemusik ab 20 Uhr: Duo Maier Markus und Keglmaier Evi

Sa, 13.7.2019

BOHEMIAN RHAPSODY

Das ehrwürdige filmische Denkmal Freddie Mercurys - zum Mitsingen!
In den 1970er-Jahren schließen sich vier britische Musiker zur Rockband „Queen“ zusammen und steigen bald zu einer der erfolgreichsten Gruppen der Musikgeschichte auf. Ihrem exaltierten Frontmann Freddie Mercury steigt der Ruhm dabei allerdings zu Kopf, sodass er sich eine jahrelange Auszeit nimmt, bevor er sich für das „Live Aid“-Konzert 1985 noch einmal mit der Band vereint. Allen, produktionsinternen Schwierigkeiten zum Trotz eine mitreißende, gespenstisch gut gespielte Hommage mit Gänsehautgarantie beim legendären Medley im Wembley-Stadion!
(Regie Dexter Fletcher, Bryan Singer, USA/GB 2018, 134 Min.)

Livemusik ab 19 Uhr: "Swing Out West" mit Tito Waldenfels

Western Swing, Country, Jazz & Blues - Musik aus Texas, die Jazz, Blues, Polka, Walzer und Mexikanische Musik miteinander verbindet – und hervorragend nach Bayern passt
» Lageplan Grosswirt Mirskofen
  • Biergartenbetrieb und Spezialitäten vom Grill täglich ab 19 Uhr
  • Filmstart gegen 21.45 Uhr, freie Platzwahl
  • Eintrittspreise: 11,00 / 9,00 € (ermäßigt für Schüler und Studenten)
  • Bei schlechtem Wetter finden die Filmvorführungen im Stadl statt.
  • Karten nur an der Abendkasse, kein Vorverkauf

Das Kinoptikum Landshut schnuppert wieder einmal Landluft, das Open Air Fest macht seinen zweiten Ausflug zum Grosswirt in Mirskofen. Wir danken Jürgen, dem großen Wirt und dem Kino Utopia Wasserburg für die freundliche Unterstützung.

Veranstaltungsort: Grosswirt Mirskofen
Bahnhofstr. 4
84051 Essenbach

Und für die Freunde der umweltschonenden Anfahrt Mit dem Fahrrad

DetailsReden wir mal darüber - Filmgespräche im Kinoptikum

Sa, 6.4.,
So, 7.4.
15 Uhr

ZWEI HERREN IM ANZUG

Anlässlich der 2. LANDSHUTER S P E R R - tage - Josef Bierbichler präsentiert am Sa. seinen Film!
Josef Bierbichler verfilmte 2018 seinen Roman "Mittelreich" und fragt, wie man Vergangenes darstellen kann, seine Antwort lautet: immer gebrochen, immer gefärbt. Das ist ein After-Herbert-Achternbusch-Bombeneinschlag ins Kino der Berliner Republik. Der Starnberger See, diese touristisch verseuchte Vorstadtpfütze Münchens, ist Bühne und Zuschauer zugleich. Eine Familie – drei Generationen, 60 Jahre Familiendrama im bäuerlichen Fischmeister-Haus – und der See schweigt. Aber nicht immer. Ein Erinnerungs-Diskurs, der im Kleinen das Große perfekt erzählt! Für sein großartiges Drehbuch wurde Bierbichler erst kürzlich mit dem Preis des Verbands der deutschen Filmkritik (VdFk) ausgezeichnet.
(D 2018, 139 Min.)
Do, 11.4.,
bis So, 14.4.

JOY IN IRAN

Clowns ohne Grenzen, von der hohen Kunst des fröhlichen Scheiterns
Lachen macht die Menschen gesund. Das ist das Motto der "Clowns ohne Grenzen", die in internationale Krisengebiete reisen, um mit Clown-Shows Freude zu verbreiten. 2017 macht das Team um Susie Wimmer Station im Iran. Dort besuchen sie ex-drogenabhängige Mütter, verschiedene Kindereinrichtungen und Flüchtlingscamps. Die "Clowns ohne Grenzen" wollen beweisen, dass Humor eine universale menschliche Eigenschaft ist, die aus der Krise hilft. Als Zuschauer erfährt man so einiges über den Iran, vor allem über die schwierige Situation der afghanischen Flüchtlinge oder der städtischen Straßenkinder. Und die Freude über die interkulturelln Begegnungen überträgt sich von der Leinwand in den Kinosaal.

Am 11.04. besucht uns, begleitet vom Regisseur Walter Steffen, die Protagonistin Susie Wimmer, um uns ein wenig aus dem Alltagstrott zu reißen.
(D 2018, 90 Min.)

DetailsCinema Obscure

Abseitiges, grusliges und kontroverses Kino in Reihe!

Do, 13.6.
bis Sa, 15.6.

RAMPANT

Hamlet auf Zombie-Jagd
16. Jahrhundert, Südkorea: Nach dem Tod des Kronprinzen kehrt sein Bruder nach langer Gefangenschaft aus China zurück, um die Frau des Thronfolgers sicher außer Landes zu schaffen. Denn am Hof breiten sich Intrigen ebenso schnell aus, wie eine mysteriöse Krankheit, die Menschen innerhalb von Minuten dahinrafft und anschließend als rasende Bestien auferstehen lässt. Somit muss sich der begabte Schwertkämpfer nicht nur vor hinterlistigen Ministern in Acht nehmen, sondern auch vor zombie-ähnlichen Wesen. Sowohl Maske, aufwändige und stimmige Kostüme und eine imposante Kulisse überzeugen und generieren ein stimmiges Gesamtbild, obwohl voller Klischees sorgt der Plot für spannende Unterhaltung und schaurig schönes Zombie-Vergnügen mit toll inszenierten Action- und Kampfsequenzen. Kurzum, ein fantastischer Action-Horrorfilm, in dem im mittelalterlichen Korea Schwertkampf und Martial-Arts auf jede Menge Zombies treffen.
(Südkorea 2018, 122 Min.)
Sa, 8.6.,
bis Mi, 12.6.

MEGA TIME SQUAD

Eine wunderbar beknackte Zeitschleife
Ein kleinkrimineller Knallkopf stiehlt ein uraltes chinesisches Amulett, mit dessen Hilfe er durch die Zeit reisen kann und eine Armee von sich selbst aufstellen kann, um auf großen Beutezug zu gehen. Doch die Zeitreisen bleiben nicht ohne Konsequenzen, vor allem weil er dabei langsam aber sicher den Überblick darüber verliert, wer oder was eigentlich sein wahres Ich ist. Man vermische also die Zeitreise-Handlung von „Looper“ mit einer Kiffer-Variante von „Zurück in die Zukunft“. Würze das Ganze mit einer guten Portion Selbstironie und neuseeländischem Witz, 80er-Jahre-Synthiepop und einer actionreichen, schnellen Inszenierung und als Resultat haben wir die Sci-Fi-Gangster-Trashperle „Mega Time Squad“, die nebenbei das Thema Zeitreise-Paradoxie aberwitzig ad absurdum führt.
(Neuseeland 2018, 86 Min.)
Do, 30.5.
bis Sa, 1.6.

UNDER THE SILVER LAKE

Wenn schöne Frauen in Rätseln reden
Versteckte Botschaften in der Cornflakespackung: Die große Regiehoffnung David Robert Mitchell schickt einen Hipster mit Verschwörerschwips auf erratischen Wegen durch die Schein- und Unterwelten von Los Angeles. Der Film schillert wie ein postmodernistisches Pastiche, ist aber auch Mitchells ganz eigene Vision von L.A., sein popkulturell aufgeladener Neulingsblick auf das Labyrinthische, Mystische und Esoterische dieser Stadt. Eine kluge Spurensuchstudie durch die kulturellen Zeichensysteme, die sich über die Jahrzehnte hinweg über L.A. abgelagert haben und das auch als Antwort auf die Kultur-Fledderei von La La Land. Und letztlich ist der Film wie Los Angeles selbst: enervierend und ermüdend, aber auch sinnlich und faszinierend. Nicht jedes Scheitern ist negativ. Dieses hier ist einer dieser wunderbaren Misserfolge, aus denen man lernen kann – und der auch für das Publikum durchaus Reiz hat.
Auch deshalb weil dieses Mal rückwärtsgespielte Songs auch wirklich geheime Botschaften enthalten.
(USA 2018, 139 Min.)
Mo, 27.5.
bis Mi, 29.5.

BORDER

An den Grenzen der Gesellschaft und darüber hinaus
Die Nasenflügel beben, die Lippen sind gekräuselt, die Zähne gebleckt – wie ein nach Beute witterndes Raubtier erschnüffelt Tina negative Gefühle, sie riecht Scham, Schuld, Angst oder Wut, was ihr als Grenzbeamtin eine tadellose Erfolgsquote beschert, auch wenn sie mehr als verstörend auf ihre Mitmenschen wirkt. Tina scheint auch auf besondere Weise mit der Natur verbunden zu sein. Das macht sie buchstäblich einmalig, bis sie Vore begegnet, mit dem sie sich im Wald wie in ihrem eigenen Reich bewegen kann. Dabei erfährt Tina etwas Neues und Entscheidendes über sich - und das ist, versprochen, auch eine Offenbarung fürs Publikum...
Eine bizzare Außenseiter-Liebesgeschichte, die Krimi und Fantasy zugleich ist: Ali Abbasis Film über diese Zollbeamtin mit außergewöhnlichem Aussehen und Talent überrascht auf schönste Weise, indem er uns zeigt, dass im Kino nicht alles in eine Kategorie hineinpassen muss, ob Mann oder Frau, Mensch oder Tier - nichts ist eindeutig. Beim Mischen von Genres, Charakteren und Ästhetiken entsteht etwas Neues und Einzigartiges, das so zuvor noch nicht zu sehen war.
(Dänemark, Schweden 2019, 108 Min.)
Do, 23.5.
bis So, 26.5.

WIR

Das rote Band, und woher kommt der wahre Feind, von außen oder steckt er vielleicht tief in uns selbst?
Der zweite Film ist immer der schwerste. Diese alte Hollywoodweisheit gilt natürlich erst recht, wenn das Regiedebüt von Jordan Peele dermaßen einschlägt wie 2017 „Get Out“. Nun steht fest, Peele ist keine Eintagsfliege! Auch sein zweiter Film sieht einfach unfassbar gut aus und ist vollgestopft mit starken inszenatorischen Einfällen. Und vor allem gehört er zu den intelligentesten, spannendsten und – ja! – schönsten US-amerikanischen Filmen der letzten Jahre. Ein ungemein bemerkenswertes, in sehr vieler Hinsicht besonderes und originelles Kinowerk. Kam bei „Get Out“ noch die Satire vor dem Horror, so beweist Jordan Peele seinen Kritikern nun, dass er als Grenzsprenger, der sämtliche Erwartungshaltungen im Keim erstickt, auch wahren Horror beherrscht.
Am Anfang von "Wir" ist die Welt noch in schönster Ordnung. Es ist 1986, im TV läuft ein Werbespot für "Hands Across America", eine Benefizaktion der Organisation USA for Africa, die im Jahr zuvor mit dem Charity-Song "We Are the World" Wellen geschlagen hat. Weltumspannende Fürsorge, in Songform gegossen und mit insgesamt fast 100 Millionen Dollar Spendengeldern belohnt. Mehr Einheit und 80er-Cheesyness war nie – der Melting Pot USA, ein Käsefondue der Liebe. Am Ende stehen die Menschen auch Hand in Hand quer über die Vereinigten Staaten verteilt – allerdings nicht, um ein weltoffenes Miteinander zu demonstrieren, sondern um ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Ganz, als wären sie die menschgewordene und allein durch Egoismus gewachsene Version von Trumps Mauer – nur steht sie nicht an der Grenze zu Mexiko, sie spaltet das eigene Land. Wer am Wahlabend von Trumps Erfolg zusehen musste, wie ein Staat nach dem anderen rot wurde, bis ein rotes Band die USA ganz im Griff hatte – so rot wie eben jene Uniformen, die die Doppelgänger im Film tragen.
(USA 2019, 120 Min.)
Do, 9.5.
bis Sa, 11.5.

LORDS OF CHAOS

Härter als Satans älteste Schwester, der mörderische Kult des Nordens
Anders sein, furchteinflößend, böse – darum geht es im Black Metal. An der Grenze von Selbsthass, Nihilismus, pathologischem Widerstand gegenüber der Zivilisation, jeder Menge existenzieller Angst sowie dumpfem Satanismus, Walhalla-Ballaballa und Nazidreck wurde diesbezüglich vor gut einem Vierteljahrhundert in Norwegen ein Fass aufgemacht. Der Film schildert nun die Entstehung dieses norwegischen Extremsports Anfang der 1990er-Jahre auf zünftig geschmacklose Weise. Es geht darin um eine Jugend gegen Gott sowie eine zart homophile Freundschaft zwischen Oystein Aarseth alias Euronymous von der legendären Band Mayhem und Varg Vikernes von der One-Man-Band Burzum. Im Wettbewerb, der größte Widerling seit Satans ältester Schwester zu sein, endet das Ganze im Niederbrennen von christlichen Kirchen sowie dem Brudermord. Ob das alles Ausdruck jugendlichen Aufbegehrens ist oder schon protofaschistische Züge trägt, darüber wird immer wieder trefflichst gestritten.
Und es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der Film noch besser wird, wenn man ihn rückwärts laufen lässt.
(Großbritannien, Schweden 2018, 117 Min.)
So, 21.4.
und Di, 22.4.

DIE WEIBCHEN

Uschi in the Sky with Diamonds vom "Hexer" des deutschen Nachkriegskinos
Der Albtraum eines emanzipierten jungen Mädchens dient als Aufhänger für diesen Psychofilm über das durch Aggressivität bestimmte Verhältnis der Frau zum männlichen Geschlecht, die auch durch die Emanzipation nicht abgebaut wurde. Ein galliger, exzentrischer Kommentar zur feministischen Debatte der Nach-68er-Zeit mit Bundesschätzchen Uschi Glas als Heldin, fieberhaft-irreal mit einer Farbgebung wie unter einer Lavalampe im LSD-Rausch. Ein gänzlich aus der Reihe tanzenden Extremfilm mit wild rempelnder, die losen Handlungsfetzen stetig anschiebende Kameraarbeit und rauschhaft-exaltierter, exquisiter Tongestaltung.
(Deutschland 1970, 90 Min.)
Do, 11.4.
bis So, 14.4.

DER GOLDENE HANDSCHUH

Horror mit Knackwurst und
Tampon-Günther, Doornkaat-Max und Soldaten-Norbert, es ist ein wahrlich skurriles Parallel-Panoptikum, das sich allabendlich in der Hamburger Kiezkneipe "Der Goldene Handschuh" versammelt, um hier die Zeit totzuschlagen – und manchmal vielleicht auch Menschen. Einer der Stammgäste ist Fritz Honka, ein vom Leben in jeder Hinsicht deformiertes Faktotum, das später als "Jack the Ripper" von St. Pauli schaurige Berühmtheit erlangen wird. Akins Schocker ist drastisch, explizit, hemdsärmelig, unerschrocken – und eine Liebeserklärung an ein Hamburger Milieu der 1970er Jahre. Und wenn er auch von abstoßenden Menschen erzählt, blickt sein Film aber auf sie nicht mit Verachtung, Zynismus oder Ironie. Es ist dieser Blick, der diesen Film auszeichnet. Das zeigt sich bei den Figuren, aber auch im Produktionsdesign, das herrlich schäbig und verranzt ist, da wird der Dreck auf der Straße endlich mal im Kino sichtbar.
(Deutschland 2019, 110 Min.)
Sa, 6.4.
bis Mi, 10.4.

LUZ

Vater unser, wieso bist du solch ein Wichser?
Eine verregnete Nacht, ein kaum besuchtes Polizeirevier und eine junge Taxifahrerin, der Schlimmes bevorsteht – das sind die Grundzutaten für diesen in 16mm gedrehten Erstling von Tilman Singer. Hinzu kommt allerdings noch ein Dämon, der von eben jener Taxifahrerin Besitz ergreifen will. Diese gelungene Symbiose von Handlung, Set-Design, Musik baut nicht unbedingt auf Schocks, Blut und Ekel, sondern auf ein Nervenzerren, ein Unter-die-Haut-gehen, ist eine Art Kammerspiel, doch in der Kammer steckt alles drin, was einen Horrorfilm ausmachen sollte. In dieser aus Zeit und Ort gefallene Verneigung vor alten Horrorfilmen, die sich aber nicht an dessen Gesetze und Erwartungen hält, schwingt vieles mit, was nicht von heute ist. Ein löblich kurzes Werk ebenso rätselhaft wie nichtssagend, atmosphärisch wie surreal.
(Deutschland 2018, 70 Min.)
Fr, 28.3.
bis So, 31.3.

NOVEMBER

Großes Kino aus dem kleinen Estland
Herbst in einem Dorf in Estland irgendwann im 19. Jahrhundert. Werwölfe, Geister und die Pest treiben ihr Unwesen, während die Bauern versuchen, den Winter zu überleben. Und dafür ist jedes Mittel recht! Auch der Pakt mit dem Teufel. Denn das Leben auf dem Land ist so hart, wie Mart Taniels wunderschönes Schwarz-Weiß kontrastreich ist.
Man neigt ja dazu, alles schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Was uns aber der estnische Regisseur Rainer Sarnet nach einem Roman seines Landsmanns Andrus Kivirähk vorführt, trifft einen völlig unvorbereitet. Es ist ein zauberhaftes Märchen aus einer Zwischenwelt, eine poetischen Winterreise voll grandioser Einfälle, voll trauriger, schräger und schlicht schöner Momente. Einen solchen Film bekommt man nur alle paar Jahre zu sehen. Einen Film, der so etwas wie ein Universum kreieren kann, mit einer visuellen Poesie, die sich um die Realität nicht schert, die surreal ist, aber manchmal auch ganz geerdet. Ein Film, der sich der Motive der schwarzen Romantik bedient, aber auch archaischer Mythen. Gedreht in einem Schwarzweiß, das man heute vielleicht nur bei Pawlikowski sieht oder früher bei Tarkovskij gesehen hat.
(Estland, Deutschland 2017, 115 Min.)
Fr, 15.3.
bis Sa, 16.3.

HELLRAISER: Das Tor zur Hölle

Unterm Dach ist die Hölle los
Nach seinem Roman THE HELLBOUND HEART schuf der britische Horrorautor Clive Barker (laut Stephen King „die Zukunft des Horrors“) sein Langfilmdebüt, das mit „Pinhead“ eine Ikone des Horrors etablierte. Erstmals 2011 ist dieser Horrorklassiker von 1987 auch in Deutschland ungekürzt verfügbar und kann nun in der ungeschnittenen, digitalisierten Fassung auf der großen Leinwand bestaunt werden.
Das Ergebnis beeindruckt, was weniger an der Handlung und viel an den Effekten liegt. Die Geschichte um den durchtriebenen Herumtreiber Frank Cotton, der der Welt abhandenkommt, als er einen mysteriösen Würfel, eine Art Puzzlebox, öffnet und Jahre später den Ort seines Verschwindens heimsucht, dient auch Barker lediglich als dünne Folie, vor der er sein groteskes Spektakel abspult. Das aber hat es dank eimerweise Blut und faszinierend-fürchterlichen Wesen aus einer anderen Dimension bis heute in sich. Bei allem Schauder, der erfreulicherweise fast ohne jump scares auskommt, ist Hellraiser auch immer Körperkino, dessen sadomasochistische Exzesse das Terrorkino eines Eli Roth oder Alexandre Aja vorwegnehmen. Also keine Empfehlung für jemanden, der sich selbstironischen Teenie-Slasher oder einen subtilen Horrorthriller erwartet.
(Großbritannien 1987, 93 Min.)
Do, 28.2.
bis Sa, 3.3.

CLIMAX

Ein Tanz auf dem Vulkan, der Abgrund ist der Höhepunkt
Vor einer großen USA-Tournee feiert eine exaltierte Tanzgruppe und dabei wird viel Sangria getrunken. Doch die stellt sich als verhängnisvoll heraus, denn LSD ist in der Bowle gelandet. Skandalregisseur Gaspar Noé choreografiert den kollektiven Rausch und Kontrollverlust der Feiernden und erreicht den Höhepunkt in seinem filmischen Schaffen. Noés Freude am Schabernack und an der Geschmacklosigkeit durchzieht diesen abgründigen Sog aus Exzess und reinster Physis, der Film wirkt in seiner euphorischen Hinwendung zu Klang, Ritual und Musik wie das Remake des Hexenschockers „Suspiria“ von Dario Argento, der derzeit als tolle Neuinterpretation von Luca Guadagnino im Kino zu sehen ist. Noé manipuliert politische Kampfbegriffe herbei und spielt sie gegeneinander aus, arbeitet in der Beschleunigung seines Films stets musikalisch, nie didaktisch. Am Ende hat nur Substanz, was direkt und unverdünnt übers Auge läuft. Seine Philosophie dabei: niemals werten, nur zeigen, auch wenn die ganze Welt auf einem schlechten Trip ist.
(Frankreich 2018, 93 Min.)
Do, 14.2.
bis Sa, 16.2.

THE HOUSE THAT JACK BUILT

Gewalt für Genießer oder zur Hölle mit Lars von Trier!
Jack ist ein hochintelligenter Mann und sieht sich als Künstler, nur hat er ein schreckliches Hobby: Er will morden. In den 70er Jahren wird er zu einem Serienkiller und riskiert immer mehr. Die längste Zeit ist er, der tagsüber als Ingenieur arbeitet, daran gescheitert, seine Ambitionen als Architekt umzusetzen. Aber am Ende steht das Haus, das Jack bauen will, doch. Erst als es fast zu spät ist, fällt dem Serienkiller ein, dass er die zahllosen Leichen, die er in zwölf Jahren angesammelt hat, zum Bau nutzen könnte. Et voilà, ein Werk aus Leichen entsteht, sein ultimatives Kunstwerk, ein Haus, das, nun ja, Hand und Fuß hat.
Es gibt Künstler, die Marotten haben, Pseudokünstler, die ebenfalls Marotten haben und deshalb oft nicht leicht von den ersten zu unterscheiden sind. Und es gibt Pseudokünstler, die Leichenberge produzieren. Um es großzügig zu formulieren: Lars von Trier hat eine Neigung zur metaphysischen Überhöhung der Gewalt, ob nun den Blutorgien ein beachtlicher Tiefsinn zugrunde liegt oder ob es sich hier um eine Provokation um ihrer selbst willen handelt, das zu beurteilen, überlassen wir dem werten Zuschauer.
(Dänemark, Frankreich, Deutschland, Schweden 2018, 153 Min.)
Do, 7.2.
bis Mo, 11.2.

KILLING GOD - Liebe Deinen Nächsten

Wenn vier Armleuchter über das Schicksal der Menschheit entscheiden...
Eine Familie bereitet sich in einem abgelegenen Haus mitten in den Wäldern auf den Silvesterabend vor, als plötzlich ein kleinwüchsiger Mann die Ruhe stört und behauptet Gott zu sein. Nur sieht er eher aus wie ein Landstreicher, flucht dazu noch wie ein Droschkenkutscher, säuft wie ein Loch und führt sich auf wie ein größenwahnsinniger Mini-Diktator. Was passiert also, wenn Gott zur Weihnachtszeit persönlich vorbeikommt, aber keine frohe Botschaft zu verkünden hat, im Gegenteil: Am nächsten Tag hat er vor, die gesamte Menschheit auszulöschen und die Anwesenden sollen die beiden Überlebenden bestimmen. Eine bewusst grenzwertige, originelle und bitterböse Groteske, die auch dank eines überzeugenden Schlussakts, in der jegliche Hemnisse über Bord geworfen werden, durchaus gelungen ist.
Und noch ein kleiner Tipp: keinesfalls bei den ersten Titeln des Abspanns aufstehen und das Kino verlassen!
(Spanien 2017, 92 Min.)
Do, 7.2.
bis Fr, 8.2.

FIREFLASH - Der Tag nach dem Ende

Es ist Endzeit: Mad Max meets Snake Plissken
Das New York des Jahres 2019 liegt wie der Rest der Welt nach einem Atomkrieg in Schutt und Asche. Die Menschheit hat sich aufgeteilt in Mutanten, die panamerikanische Macht (eine Art Elite auf Auswanderungskurs auf einen umliegenden Planeten) und die Euraker (eine faschistoide Gruppe Überlebender, die eine neue Weltordnung errichten will). Und mittendrin der furchtlose Parsifal auf Rettungsmission, ein luschiger Held mit noch wuschigerer Frisur, der wie weiland Max Rockatansky durch das wüste Hinterland braust und sich bei eigenwilligen Autorennen Geld, nacksche Weiber und das Recht zu töten erkämpft. Das Ganze eine krude Remake-Mixtur aus „Mad Max“ und „Die Klapperschlange“, mit unbekümmert billigen und doch detailreich ausgestatteten Settings, durch die der Held von einer Schachmaten-Actionszene zur nächsten hetzt. Und so kommt man auch kaum dazu, sich wegen der abstrusen Geschichte vors Hirn zu schlagen, da immer wieder mal herrlich sinnlose Splattereffekte gezündet werden. Also herrlich dämlich ist das Konglomerat aus verschiedensten Filmklassikern, das es immerhin eine ganze Weile auf dem deutschen Index gebracht hat, allemal und gleichzeitig sind es gerade seine schrägen Ideen, die „Fireflash“ durch die Bank unterhaltsam machen. Eine Perle aus den Endzeitfilmen und für Trash Fans ein Must Have und Must see!
(35mm, Italien 1982, 89 Min.)
Fr, 1.2.
bis So, 3.2.

SUSPIRIA

Wenn Arthouse den Horror küsst und auf dem Blocksberg tanzt!
Unter nicht wenigen Filmfreunden sind Remakes eine der Unsitten der derzeitigen Filmlandschaft. Deshalb gab es nicht wenig Stirnrunzeln als bekannt wurde, dass der Arthouse-Regisseur Luca Guadagnino sich an einer Neuauflage von Dario Argentos „Suspiria“ aus dem Jahr 1977 versucht, einem Horrorfilm, der inzwischen nicht nur unter Freunden des Genres als Kultfilm gilt. Aber sehet und staunet, trotz seiner etwas langen Laufzeit lässt einen dieser Film bis zum bitteren Ende, welches im Gegensatz zum Original wirklich ein absoluter Höhepunkt ist, nicht mehr los. Wer es schafft, sich aus dem Schatten des Originals zu lösen, den erwartet ein überraschend eigenständiger, psychologischer und exzessiver Horrorthriller, der so richtig verkopft bis auf das Grundthema nichts mehr mit dem Original zu tun hat. Eine absolute Antithese zum Urwerk: Statt einem farbenfrohen „Nichtort“ Freiburg wird uns ein nur allzu deutlich im deutschen Herbst verortetes Berlin präsentiert. Alles ist grau und trist, aus omnipräsenten Radios plärren fortwährend Nachrichten über die neuesten RAF-Taten. Die Mauer überragt die Szenerien und wirft unheilvolle Schatten auf wie leergefegte Straßen.
Man kann über das Remake viel reden und schreiben, über den fantastischen Soundtrack von Thom Yorke (Radiohead), über die vielen Metaphern, die der Film hat, die Bedeutung der Rollen, der Story, ob es sich um einen feministischen Film handelt oder er den Feminismus sogar kritisiert, Luca Guadagnino hat Argentos blutigen Hexensabbat auf fesselnde Weise umgedeutet. Vergessen wir also den Unsinn von wegen Remake: Guadagninos „Suspiria“ und Argentos „Suspiria“ sind grausame Verbu¨ndete im Geiste, Schwestern, wie die Mutter der Seufzer, die Mutter der Schatten und die Mutter der Tränen, um die es in beiden Filmen geht. Ein unbestrittenes Highlight des letzten Kinojahrs für die Freunde der dunklen Seite.
(Italien 2018, 98 Min.)
Do, 24.1.
bis Sa, 26.1.

MANDY

Ein abgefuckt-nostalgischer LSD-Trip auf Höllenfahrt
In einer Heimkinowelt, in der Nicolas Cages Gesichtsgymnastik den allergrößten DVD-Gurken allein mit seinem wilden Grimassieren noch etwas Leben einhaucht, muss schon etwas sehr verrücktes daherkommen, um seiner Mimik eine neue Dimension einzuhauchen. Denn wenn Cage vom braven Holzfäller zum Racheengel an den Mördern seiner titelgebenden Freundin mutiert, sich vor einer gelb-orangenen 80er-Jahre-Blümchentapete ganz ohne CGI und grüne Farbe als wütender Hulk auf Rachemission outet, dann schießt der Wahnsinnspegel nicht nur endgültig in ungeahnte Höhen, es entsteht dabei auch noch unter der Regie von Panos Cosmatos eine der ästhetisch und akustisch ambitioniertesten Horrorerfahrungen seit vielen Jahren. Denn untermalt wird das Gemetzel stets von Jóhann Jóhannssons letztem Score. Der Synth-Komponist, der schon für seine außerweltlichen Soundtracks für Filme wie „Arrival“ bekannt wurde, schöpft hier nochmals aus den Vollen und würde die Synth-Götter der 80er wahrlich mit Stolz erfüllen.
(USA 2018, 121 Min.)
Sa, 29.12.2018
bis Mi, 2.1.2019

BAD TIMES AT THE EL ROYALE

Zimmer mit Todessaussicht, mit falschen Spiegeln und doppeltem Boden
Es ist das Jahr 1969, eine Zeit des Umbruchs und Übergangs, in der der poppige Girl-Group-Sound von psychedelischem Rock und rauem Soul abgelöst wird und die Flower-Power-Bewegung endgültig ihre Unschuld verliert. Liebevoll konstruiert findet sich dieses Motiv des Übergangs sowohl in den Protagonisten, die sich alle an einer Schwelle in ihrem Leben befinden, als auch im Motel „El Royale“ selbst wieder, durch das die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada verläuft und in dem der Preis einer Tasse Kaffee davon abhängt, in welchem Bundesstaat man sich befindet. Nur dieses Hotel ist die Hölle - und verdient dennoch die beste Bewertung: Drew Goddards bösartige Hommage an die Sixties begeistert als brutal überbordende Kinofantasie. Vermeintlich satt gehört, gelesen und geschaut, glauben wir zwar an den Reiz der Variation, jedoch kaum noch an die Möglichkeit wirklicher Überraschungen. Mit Herz und Hirn verstehen sich Goddard und sein prominenter Cast darauf, unsere Erwartungshaltungen in einem Moment genüsslich zu befriedigen, um sie im nächsten verblüffend zu unterlaufen. Unser Film zum Jahreswechsel, in dem uns Cynthia Erivo mit atemberaubenden A-cappella-Interpretationen alter Motown-Songs berauscht!
(USA 2018, 142 Min.)

DetailsIn memoriam - Agnès Varda

Agnès Varda galt als Revolutionärin des französischen Kinos und erhielt für ihre außergewöhnliche Regie-Arbeit zahllose Preise. 2019 ist sie im Alter von 90 Jahren gestorben.
Eine kleine Königin am Rande des Kinos. So sah sich Agnès Varda selbst und diese Bezeichnung passte. In mehr als 60 Jahren Karriere hat die kleine, quirlige Filmemacherin mit dem Pagenkopf das französische Kino revolutioniert, ohne je einen Blockbuster produziert zu haben.
"Ich habe die Besonderheit, mich außerhalb der Norm zu bewegen mit meiner Arbeit, am Rande. Und ich glaube, ab und an mögen Menschen diesen anderen Blick, sie mögen es, besondere Filme anzuschauen."

Ein Nachruf Jedes Gesicht hat eine Geschichte

So, 23.6.
bis Di, 25.6.2019

AUGENBLICKE: Gesichter einer Reise

Eine poetische "Road-Doku" von der "grand mére" der Nouvelle Vague
In der Dokumentation der Regie-Ikone Agnès Varda und des Streetart-Künstlers JR begeben sich die beiden in ihrem einzigartigen Fotomobil auf eine gemeinsame Reise durch Frankreich, bei der sie allerlei Geschichten erleben und die Gesichter der Menschen, die ihnen begegnen, in überlebensgroßen Bildern festhalten - vom Briefträger, über den Fabrikarbeiter bis zur letzten Bewohnerin eines Straßenzugs in einem ehemaligen Bergbaugebiet. Die riesigen Porträts werden an Fassaden, Züge und Schiffscontainer gemalt, die Landschaft wird dadurch zur Bühne für die Kunst. Während ihrer Reise entsteht zwischen dem 33-jährigen Fotografen und der 89-jährigen Nouvelle-Vague-Regisseurin eine enge Freundschaft...
(Frankreich 2017, 89 Min.)
Mi, 26.6.
bis Mo, 1.7.2019

DIE STRÄNDE VON AGNÈS

Ein Fest des Kinos
Die bedeutendste französische Dokumentarfilmerin Agnès Varda hat im Alter von 80 Jahren ihre eigene Biografie träumerisch verspielt dokumentiert. Damit hat sie sich und ihrem Publikum zum runden Geburtstag ein Geschenk gemacht, einen wunderbaren Film über ihr Leben, ihre Filme und darüber, wie man sich erinnert – ein ebenso verschachteltes wie verschmitzt-nachdenkliches Essay über das eigene Leben und das Kino. Der mit dem César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnete Film ist ein faszinierendes Kaleidoskop aus Bildern und Erinnerungen an Menschen, Orte und Landschaften im Leben der Filmemacherin. Wer sich für den französischen Film im Allgemeinen und für Agnès Varda im Besonderen interessiert, für den ist dieser Film eine wahre Fundgrube an Bildern, Eindrücken und Gedankensplittern. Niemals bequem, aber stets voller Überraschungen. Kurzum: Ein Fest des Kinos. Und damit dem damals 80. Geburtstag dieser großen Regisseurin angemessen. Manchmal macht man sich eben die schönsten Geschenke selbst.
(Frankreich 2009, 108 Min.)

DetailsCinema italiano

Mi, 2.1.
bis Sa, 5.1.2019

DOGMAN

Allein unter Hunden – und gegen die Mafia
Der Hundefriseur Marcello lebt ein bescheidenes, aber, auch wenn er immer wieder Prügel einstecken musste, glückliches Leben. Als Dogman ist er in seinem Ort bekannt und beliebt. Diese Idylle wird durch den ehemaligen Boxer Simone getrübt, der das Dorf tyrannisiert. Es ist ein Film über Zwangslagen, geprägt von einer klassischen humanistischen, dem italienischen Neorealismus verpflichteten Bildsprache. Garrone ist nach seinem Meisterwerk Gomorrha sowohl eine facettenreiche, brilliante Allegorie auf die ambivalenten politischen Verhältnisse in seiner Heimat als auch eine düstere Parabel über den Umgang mit den Monstern in unserer Mitte geglückt.
(Italien 2018, 108 Min.)
Do, 31.1.
bis Mo, 4.2.

LORO - DIE VERFÜHRTEN

Auf dem Markt der Eitelkeiten
10 Jahre ist es her, dass Paolo Sorrentino mit "Il Divo - Der Göttliche" eine meisterliche Collage über Giulio Andreotti vorlegte – eine radikale Abrechnung mit dem Christdemokraten, der wie kein anderer die italienische Politik der Nachkriegsära beherrschte und prägte. Mittlerweile ist das Land deutlich ein anderes geworden und die derzeitige Mitte-Rechts-Regierung trägt nicht mehr die Handschrift Andreottis, sondern des zweiten berüchtigten „Politikers“, der die Geschicke des Landes zum Schlechteren wandte: Silvio Berlusconi. Sorrentino zeigt uns eine Welt der Schönen und Reichen als satirisch-surrealen Rausch der weltfremden Eitelkeiten. Wie kaum ein anderer versteht er Augenblicke zu schaffen, die geradezu surreal atemberaubend sind. Bilder, die gleichzeitig einzigartig und unverkennbar sind. Vor allem die rauschenden Partys, ein beliebter Spielplatz in den Werken des Filmemachers, sind cineastische Gemälde, an denen man sich kaum sattsehen kann. Auch wenn diesmal eher die intimeren Momente, die von Melancholie und Einsamkeit geprägt sind, nachhallen, denn die heimlichen Ängsten der Feierenden sind mit Berlusconis Ende ja nicht aus Italien verschwunden. Und gegen die Impertinenz eines Donald Trump wirkt selbst Berlusconi in seiner fiktionalisierten Zuspitzung fast schon wie ein Sympathieträger und eigentlich wie ein armer Tropf. Das muss man auch erst einmal schaffen.
(Italien 2018, 145 Min.)
Di, 21.5.
bis Do, 23.5.

AB HEUTE SIND WIR EHRLICH

Wem die Stunde schlägt...
Manchmal kommt es bei Wahlen doch anders als man denkt: In einer sizilianischen Kleinstadt, die seit vielen Jahren von einem völlig korrupten Bürgermeister beherrscht wird, gewinnt völlig überraschend der grundehrliche, aber völlig unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli als Außenseiter die Wahlen. Und womit niemand gerechnet hat, das Greenhorn hält sich auch noch an seine Wahlversprechen und regiert nach den Prinzipien von Ordnung, Ehrlichkeit und absoluter Gesetzestreue. Was wird aber nun aus dem Schlachtruf "Cambiamento!" seiner Wähler? Denn es ist so wie immer: Man sollte vorsichtig sein mit dem, was man sich wünscht – es könnte in Erfüllung gehen. Da das alte System ja so viel bequemer war, steigen die Einwohner erneut auf die Barrikaden und fordern das korrupte System des ehemaligen Bürgermeisters zurück.
Die Wahl des neuen Bürgermeisters fiel in die Sommerzeit, die in Italien ora legale heißt und der ebenso kurzweiligen wie leichtfüßigen Komödie im Original ihren doppeldeutigen Namen gibt. Der Titel ließe sich wörtlich auch mit gesetzlicher, rechtmäßiger Zeit übersetzen. Mit der Rückkehr zur Winterzeit werden nicht nur die Uhren, sondern auch das politische System wieder zurückgedreht. Zwar war der Film im Jahr 2017 einer der besucherstärksten in Italien, doch die Hoffnung, dass die rabenschwarze Dystopie ex negativo eine pädagogische Wirkung entfaltet könnte, war doch eher trügerisch.
(Italien 2017, 92 Min.)
Di, 25.6.
bis Do, 27.6.

LAND DER WUNDER

Freiheit macht Arbeit
Wie soll man bitte erwachsen werden, wenn man das Aussteiger-Idyll der Eltern am Laufen halten muss? In ihrem Cannes-Überraschungshit erzählt Alice Rohrwacher die betörend poetische Coming-of-Age-Geschichte der ältesten Tochter Gelsomina. Sie lebt mit ihrer Aussteiger-Familie zwischen den Kulturen, irgendwo in Umbrien. Als eine Art Bienenflüsterin kann sie mit den Tieren viel besser umgehen als ihr ständig gereizter Vater. Eines Tages bricht das Fernsehen in Gelsominas Leben ein: Moderatorin Milly Catena (Monica Bellucci) wirbt für den Wettbewerb "Land der Wunder", eine Art Castingshow, die entlegene Gegenden Italiens bereist und dort nach möglichst alten Traditionen sucht und bei dem das beste einheimische Produkt gewinnen soll - ein Wettkampf der Ursprünglichkeit und die Chance für den Honig aus der Familien-Imkerei.
In fließenden Episoden und raumgreifenden Helldunkelbildern tastet sich der Film aus Gelsominas Perspektive zur großen Entscheidung am Ende des Feriensommers vor. Lebenspralle Kritik an den äußeren Verhältnissen paart sich in Rohrwachers Filmerzählung mit der melancholischen Feier eines trotz allem kraftvollen Familienzusammenhalts. Gerade die Begeisterung und Vitalität der vier Kinder der Familie bilden so etwas wie das Gegenprinzip zum abgeschiedenen Aussteigerleben. Beschützt werden wollen und müssen sie nicht.
Es gibt Filme, die wirken nach dem Sehen noch lange nach und entfalten ihre ganze Qualität erst beim weiteren Nachdenken. So ein Film ist „Land der Wunder“, in dem die Regisseurin im Gewand einer melancholisch-poetischen Komödie vom Ausverkauf der Träume in der modernen Welt erzählt, in dem sie die in jeder Hinsicht banale Ära Berlusconi gegen eine Welt stellt, in der Phantasie und Kreativität dominieren.
(Italien 2014, 110 Min.)

Details20. Landshuter Kurzfilmfestival

Vom 21. - 24.3. spielen wir im Kinoptikum folgende Blöcke, alles weitere unter KFF 2019 oder unter dem jeweiligem Link.

  Donnerstag
21.03.
Freitag
22.03.
Samstag
23.03.
Sonntag
24.03.
 14:00 » Kurzes für Kids 2
 
 15:00   » Kurzes für Kids 1
 
 16:00
  » DOK Block 2
 17:00
  » DACH Wettbewerb 11 » DACH Wettbewerb 6
 18:00  
  » DOK Block 1
 19:00
 
 20:00 » DACH Wettbewerb 4 » DACH Wettbewerb 3
 
 21:00 » DACH Wettbewerb 7
 
 22:00
  » DACH Wettbewerb 8 » DACH Wettbewerb 10
 23:00
 
 00:00

DetailsHeimatkino: Filme aus heimischer Produktion

Do, 3.1.
bis So, 13.1.2019

SCHLUCHTENFLITZER

Ich möcht frei sein, so richtig frei mit Hans Brenner, Ruth Drexel und Eva Mattes
Mit Laiendarstellern erzählt der Film die Geschichte einer unglamourösen Clique von Provinzjugendlichen aus Niederbayern, die mit frisierten Mopeds zur Dorfdisco flitzen und vom großen Aufbruch träumen. Im Mittelpunkt steht der Schreinerlehrling Andy. Er streitet mit seinen Eltern, sehnt sich nach Unabhängigkeit und lernt Roswitha, ein Mädchen aus München kennen – seine erste Liebe, die sich jedoch nicht fest an ihn binden will. Als Andys Vater durch einen Leitersturz überraschend stirbt, muss er sich entscheiden, denn seine Mutter drängt ihn, den Hof zu übernehmen.
(D 1979, 113 Min.)
Wir danken dem Regisseur Rüdiger Nüchtern, der uns die originale 35mm-Filmrolle zur Verfügung gestellt hat!
» Ein Interview mit Rüdiger Nüchtern
Di, 22.1.
bis So, 27.1.

25 KM/H

Geht's nicht noch ein bisschen langsamer?
Im Schwarzwald herrscht ein anderes Tempo, wie der Turbokapitalist Christian (Lars Eidinger) bald bemerken muss, als er in seine Heimat Löchingen zurückkehrt, da sein Vater gestorben ist. Bei der Beerdigung stehen sich die Brüder Georg (Bjarne Mädel) und Christian nach Jahrzehnten erstmals wieder gegenüber. Doch statt einer herzlichen Umarmung gibt’s erstmal ein paar aufs Maul. Die Spiellust und die feine Selbstironie des Duos sorgt dafür, dass man ihnen gerne auf dem Roadtrip quer durch Deutschland auf klapprigen Mofas folgt. Sie verleihen dem Ganzen einen sympathischen Retrocharme, der beweist: Für die große Freiheit muss es gar nicht immer der Highway und die Harley sein. Manchmal reichen eine Landstraße, ein Mofa und ein paar abseitige Ideen.
(Deutschland 2018, 116 Min.)
Do, 17.1.
bis So, 20.1.

HAMBURGER GITTER

Remember Genua 2001: Chilenische Nächte in Hamburg
»Der Film demaskiert einen Staat, der mit allen Mitteln die Kontrolle behalten wollte und sie doch – oder gerade deswegen – verlor.« (TAZ): 31.000 Polizisten, brennende Autos, 20 Regierungen zu Gast - eine traumatisierte Stadt. Auch ein Jahr nach dem G20-Gipfel sucht die Polizei noch mit allen Mitteln nach hunderten Verdächtigen, die Politik fordert harte Strafen, die Gerichte leisten Folge und die wenigen kritischen Stimmen verblassen im allgemeinen Ruf nach Law and Order. Der Film entstand quasi ohne Budget, aus bestehenden Aufnahmen. Seine bloße Existenz ist Grund zur Hoffnung, damit wir nicht vergessen, uns die Frage zu stellen: War dieser Ausnahmezustand der Startschuss für eine neue Normalität?
(Deutschland 2018, 80 Min.)
Di, 29.1.
bis Do, 31.1.

IN MY ROOM

Postapokalyptisches Deutschland: Das große Verschwinden
Ein Film mit vielen Gesichtern: Ein realistischer über das Fantastische, eine philosophische Studie über Liebe, Einsamkeit und die Frage, wie man seinen Platz in der Welt findet; eine dystopische Utopie, ein leiser Thriller über das Ende der Welt und ihren Anfang. Ein Film, um zu staunen und sich selbst Fragen zu stellen: Wo wäre in diesem unwahrscheinlichen Falle, in einer ähnlichen Situation denn mein Platz in der Welt? Und: Muss ich wirklich darauf warten, dass so etwas geschieht? Oder beginne ich nicht lieber schon heute damit – auch mit dem Risiko zu scheitern?
(Deutschland 2018, 120 Min.)

DetailsArchitektur- und Kunstfilmreihe

In Zusammenarbeit mit architektur und kunst e.v. landshut

am ersten Dienstag um 18:30 Uhr und
am ersten Mittwoch um 21 Uhr des Monats
Di, 8.1.
Mi, 9.1.2019

BIG TIME

5 Jahre lang war Regisseur Kaspar Astrup Schröder dabei, als der dänische Architektur-Star Bjarke Ingels an schwierigen Planungstreffen teilnahm, gigantische Baustellen besuchte und royalen Gebäudeeinweihungen beiwohnte. Mit nur 43 Jahren ist der Däne „einer der größten Stars der Architekturwelt“ (The Wall Street Journal). Ingels’ kühne und höchst originelle Bauwerke wie das VIA 57 West am New Yorker Central Park oder der Wohnhaus-Komplex Mountain Dwellings in Kopenhagen, die er mit seiner Firma entwirft und umsetzt, werden mit Preisen überhäuft und als Ikonen gefeiert.
(Dänemark 2018, 90 Min.)
Di, 5.2.
Mi, 6.2.

LOVE, CECIL

Der Dandy, Jahrhundertfotograf, Kostümdesigner und Innenarchitekt Cecil Beaton (1904-1980) bestimmte den Look von Audrey Hepburn, machte ein Portrait von Marilyn Monroe und verkehrte mit Greta Garbo - er hatte den Zugang und das Talent, um den Stil der Stars des 20. Jahrhunderts zu prägen. Die Regisseurin Lisa Immordino Vreeland widmet sie sich nun Cecil Beatons Karriere – jedoch weniger in technischer Hinsicht, im erster Linie geht es um seine Persönlichkeit, seinen Antrieb, seinen Status eines Emporkömmlings von frühester Jugend an. (USA 2018, 99 Min.)

Di, 5.3.
Mi, 6.3.

LEANING INTO THE WIND: ANDY GOLDSWORTHY

Thomas Riedelsheimer hat nach seinem Film „Rivers and Tides -Andy Goldsworthy working with Time“ (2000) über den in Schottland lebenden und arbeitenden Künstler diesen erneut über mehrere Jahre filmisch begleitet. Goldsworthy ist inzwischen bekannter geworden. Der Film untersucht die Spuren, welche die Zeit bei Künstler und Werk hinterlassen haben. Dabei ist Andy Goldsworthy wieder ein offener und verschmitzter Erzähler, während Riedelsheimer das Universum seines Protagonisten in Bilder und Töne fasst. Ein trotz vieler Emotionen erfreulich unaufgeregter Films, der den britischen Land-Art-Star bei seinem künstlerischen Tagwerk begleitet.
(Deutschland 2016, 97 Min.)
Di, 2.4.
Mi, 3.4.

HÄUSER FÜR MENSCHEN. Humaner Wohnbau in Österreich

80% der Österreicher träumen vom freistehenden Einfamilienhaus mit Garten - allen individuellen und gesellschaftlichen Nachteilen zum Trotz, ungeachtet der ökologischen und volkswirtschaftlichen Folgen. Der Stadtplaner Reinhard Seiß zeigt in seinem Dokumentarfilm, dass es Alternativen dazu gibt, die sowohl eine umfassende Wohnzufriedenheit als auch eine hohe Nachhaltigkeit des Wohn- und Siedlungsbau ermöglichen, ob im städtischen, vorstädtischen oder suburbanen Raum, sowohl heute wie schon vor 40 Jahren.
(Österreich 2013, 125 Min.)

Di, 7.5.
Mi, 8.5.

RENZO PIANO - Architekt des Lichts

Der Filmemacher Carlos Saura und der Architekt Renzo Piano persönlich, geben im Dokumentarfilm Einblick zur Beziehung zwischen Architektur und Film. Dabei steht vor allem das Museum Centro Botin im Zentrum, ein Gebäude, das Renzo Piano entwarf und im spanischen Santander steht. Carlos Saura versucht mit seinem Film die Magie, dass dieses gigantische Museum um gibt, einzufangen. Obwohl das Centro Botin erst 2017 fertiggestellt wurde, steht für die Bewohner Santanders schon jetzt fest, dass das Museum die Seele der Stadt nachhaltig verändern wird. Der spanische Regisseur Carlos Saura begleitet Piano bei den unterschiedlichen Entstehungsphasen des Gebäudes, vom Entwurf auf dem Papier bis hin zu einem fertigen Museum.
(Spanien 2018, 70 Min.)
Di, 4.6.
Mi, 5.6.

TASTE OF CEMENT - Der Geschmack von Zement

In den strahlend blauen Himmel über Beirut wachsen neue Wolkenkratzer mit Traumblick auf das Mittelmeer. Tagsüber werden sie von syrischen Bauarbeitern hochgezogen; in deren Heimat Syrien zerstört der Krieg zur gleichen Zeit ihre eigenen Häuser. In der Nacht zwingt eine Ausgangssperre die Arbeitskräfte, in das Innere der Zementriesen hinabzusteigen, wo sie kochen, schlafen und hoffen. Sie dürfen die Baustelle nicht verlassen. Bilder, die sich ins Gedächtnis eingraben, so schön und so schrecklich sind sie... Mit beeindruckender Konsequenz verfolgt Ziad Kalthoum sein Konzept eines Filmessays über Zerstörung und Neubeginn.
Wer bereit ist, sich auf diesen hoch anspruchsvollen Film einzulassen, dem steht eine emotionale und intellektuelle Erfahrung bevor, wie sie nur selten im Kino gelingt.
(Deutschland, Libanon, Syrien, VAR, Katar 2017, 89 Min.)

Di, 2.7.
Mi, 3.7.

JULIAN SCHNABEL - A Privat Portrait

Extravaganz, Provokation und Genie sind nur einige Schlagworte, die immer wieder im Zusammenhang mit Julian Schnabel fallen. Die Dokumentation dringt tief in den Kosmos der New Yorker Kunstikone ein und lässt Weggefährten wie Laurie Anderson, Jean Michel Basquiat, Bono, Willem Dafoe, Jeff Koons oder Al Pacino zu Wort kommen. Pappi Corsicato blickt in dem Porträt seines Freundes hinter die Fassade des prominenten Malers und Filmemachers und offenbart den Menschen hinter dem Künstler. Spannend und faszinierend ist Schnabels Leben ohne Frage, insofern kann auch ein unkritischer Film wie dieser gar nicht uninteressant sein, auch wenn die Intention Schnabels, sich selbst ein Denkmal zu setzen, in ihrer Durchsichtigkeit und angesichts seiner Selbstgefälligkeit zumindestens bei einem Teil der Zuschauer nach hinten losgehen dürfte.
(Italien 2017, 85 Min.)
Di, 6.8.
Mi, 7.8.

SCALA ADIEU - Von Windeln verweht

2017 wurde in Konstanz am Bodensee die fünfte Filiale einer der größten europäischen Drogeriemarktketten eröffnet, was bei den Süddeutschen für großen Widerstand sorgte. Denn bis 2016 waren die Räumlichkeiten der Drogerie der Filmkultur und damit dem „Scala Filmpalast“ vorbehalten. Die Schließung des Programmkinos bedeutet für viele Konstanzer, dass ihre Innenstadt und die Kultur sich verändern. Als Regisseur Douglas Wolfsperger Konstanz und den Scala Filmpalast 2016 besuchte, waren die Proteste der Bürger gegen die Schließung des Filmpalastes zu diesem Zeitpunkt in vollem Gange. In seiner über Crowdfunding finanzierten Dokumentation spricht er mit Filmenthusiasten und nüchternen Bürokraten aus der Stadtverwaltung.
Ein Trauerspiel in einer von kommerziellen Interessen gesteuerten Möchtegern-Großstadt, aber auch eine muntere Lektion in bürgerlichem Ungehorsam, die den unterhaltsamen, kleinen Film zum Ausgangspunkt für (hoffentlich) viele Diskussionen macht.
(Deutschland 2018, 83 Min.)

DetailsKinderKino im Kinoptikum - für klein und GROSS

Samstag und Sonntag, 15:30 Uhr, Eintritt 4 Euro
Januar 2019
So, 6.1.2019

PIPPI IM TAKA-TUKA-LAND

Während die Eltern von Tommy und Annika verreist sind, soll Pippi auf die beiden aufpassen. Eine schöne Zeit mit vielen aufregenden Spielen beginnt für die drei, bis Pippi durch eine Flaschenpost von der Gefangenschaft ihres Vaters durch Piraten erfährt. Sie macht sich auf nach Taka-Tuka-Land, um ihn zu retten. Da sie Tommy und Annika nicht allein lassen darf, nimmt sie die beiden gleich mit.
(Schweden 1970, 87 Min., empf. ab 6 Jahren)

Sa, 5.1.2019

JIM KNOPF UND LUKAS DER LOKOMOTIVFÜHRER

Platz ist auf der kleinsten Insel: Jim Knopf, sein Freund Lukas der Lokomotivführer und die Dampflok Emma ziehen von der kleinen Insel Lummerland hinaus in die Welt. Ihre Reise führt sie in das Reich des Kaisers von Mandala und auf die abenteuerliche Suche nach seiner entführten Tochter Li Si. Gemeinsam wagen sich die drei in die Stadt der Drachen, um die Prinzessin zu befreien und das Rätsel um Jim Knopfs Herkunft zu lösen. Ein temporeiches, liebevoll ausgestattetes Märchen für die ganze Familie, für Nostalgiker, die der legendären Aufzeichnung der Augsburger Puppenkiste nachhängen ebenso wie für Neulinge
(Deutschland 2017, 110 Min., empf. ab 6 Jahren)

Sa, 12.1.
So, 20.1.

DAS SAMS IN GEFAHR

Nach elf Jahren kehrt das Sams zu Herrn Taschenbier zurück - diesmal, um dessen schüchternen Sohn Martin auf die Sprünge zu helfe. Nach anfänglicher Eifersucht entdeckt dieser schnell die Vorzüge des Sams: die Wunschpunkte. Und schon geht es los. Martin wünscht, was das Zeug hält, und verändert gezielt seine Welt nach seinen Vorstellungen. Doch es kommt, wie es kommen muss.
(Deutschland 2003, 101 Min., empf. ab 6 Jahren)

So, 13.1.
Sa, 19.1.
Kinderfilme im Kinoptikum

KIDBUSTERS

Andreas, Oskar, Winni und ihr kleiner Bruder Bertram haben es nicht leicht: Ihr Vater sitzt im Gefängnis, ihre Mutter arbeitet sogar nachts, um über die Runden zu kommen. Und als ihr Vater endlich aus dem Knast entlassen wird, werden sie auch noch wegen ausstehender Mietzahlungen aus ihrer Wohnung geworfen. Ihr Onkel Georg, bei dem sie unterkommen, hat einen Plan, wie sie zu Geld kommen können: Er will Bernhard, einen Jungen aus reichem Hause, entführen und Lösegeld erpressen. Bernhard aber, der immer alleine ist und endlich mal etwas erlebt, findet das ganz aufregend und gar nicht so schlimm. Aber dann verdirbt Bernhards zwielichtiger Butler alles...
(Dänemark 2017, 82 Min., empf. ab 8 Jahren)

Sa, 26.1.
So, 3.2.

KUDDELMUDDEL BEI PETTERSSON & FINDUS

Kater Findus wünscht sich sehnlichst, groß zu sein. Sein Wunsch geht in Erfüllung, doch ganz anders als erwartet. Denn sein Herrchen Pettersson schrumpft gleichzeitig zu Katzengröße, so dass nun Findus alles im Haus erledigen muss und die Verantwortung trägt. Vor schwierige Probleme stellt die beiden außerdem, dass Pettersson sein Gedächtnis verloren hat und zwar so komplett, dass er gar seinen besten Freund Findus vergisst...
(Schweden 2009, 68 Min., empf. ab 5 Jahren)

So, 27.1.
Sa, 2.2.

WIR KAUFEN EINE FEUERWEHR

Matti ist traurig, weil er niemanden zum Spielen hat. In den Kindergarten darf er nicht, weil seine Mutter wegen der knapp einjährigen Zwillinge nicht arbeiten kann. Doch plötzlich wird alles anders - durch die Begegnung mit Herrn Clasen. Er nimmt Matti mit in seine Werkstatt, die dem Jungen mit ihren vielen Werkzeugen und Autoteilen wie ein Paradies erscheint, und auf einen Lagerplatz für Autowracks. Matti entdeckt dort eine alte Feuerwehr, und Clasen, der im Lotto gewonnen hat, kauft sie. Gemeinsam mit den Kindern der Nachbarschaft wir die Feuerwehr wieder hergerichtet. Die erste Fahrt ist für alle ein großes Ereignis, und die Feuerwehr mit ihrer ungewöhnlichen Besatzung kommt sogar richtig zum Einsatz.
(DDR 1970, 62 Min., empf. ab 6 Jahren)

Februar 2019
Sa, 9.2.
So, 17.2.

MEIN FREUND, DIE GIRAFFE

Welches Kind wünscht sich nicht eine sprechende Giraffe als besten Freund? Der kleine Dominik hat das Glück, neben dem Zoo aufzuwachsen und sich seinen Geburtstag mit der sprechenden Giraffe Raff zu teilen. Nicht zuletzt deshalb sind die beiden ein Herz und eine Seele. Doch als der Junge eingeschult wird, bekommt die tierische Freundschaft erster Risse. Denn ganz offensichtlich ist es Raff nicht gestattet, den Schulalltag mit Dominik zu bestreiten. Für die beiden eine Herausforderung, die sie mit viel Charme, neuen Freunden und Einfühlungsvermögen meistern werden...
(Niederlande, Belgien, Deutschland 2017, 74 Min., empf. ab 5 Jahren)

So, 10.2.
Sa, 16.2.

BLANKA

Blanka gehört zu den vielen elternlosen Kindern, die sich auf den Straßen von Manila durchschlagen. Aber sie ist cleverer als andere Kids, furchtlos und selbstbewusst. Eines Tages fühlt sie sich magisch abgezogen von den Gitarrenklängen eines älteren, blinden Straßenmusikers. Auf ihre eigenwillige Art nimmt sie Kontakt mit ihm auf. Peter, so sein Name, erweist sich als Mensch mit großem Herz. Doch es gibt auch praktische Gründe für die Annäherung der beiden. Peters Einnahmen steigen, wenn Blanka beim Publikum das Geld für ihn einsammelt. Er ermuntert Blanka zum Singen. Bald bietet sich den beiden die Chance, in einem Restaurant aufzutreten...
(Italien, Japan, Philippinen 2015, 77 Min., empf. ab 8 Jahren)

Sa, 23.2.
So, 3.3.

ERNEST & CELESTINE

Mäuse und Bären können keine Freunde sein. Die Mäusekinder im Internat tief unter der Erdoberfläche lernen dies schon von klein auf. Nur die Waise Célestine will nicht so recht an die Geschichte vom großen, bösen Bären glauben, die ihr immer wieder erzählt wird. Sie würde gerne einmal einen Bären kennen lernen. Und tatsächlich scheint der Bär, der ihr da plötzlich gegenübersteht, erst einmal sehr gefährlich zu sein. Denn Ernest ist furchtbar hungrig. Weil Célestine ihm aber einen Keller voller Süßigkeiten zeigen kann, verschont er die kleine Maus. Die beiden werden zu besten Freunden.
(Frankreich, Belgien, Luxemburg 2012, 80 Min., empf. ab 6 Jahren)

So, 24.2.
Sa, 2.3.

EMIL UND DIE DETEKTIVE (1954)

Emil Tischbein aus dem kleinen norddeutschen Städtchen Neustadt darf die Sommerferien bei seiner Großmutter in Berlin verbringen. Auf der Zugfahrt dorthin lernt Emil den „freundlichen“ Herrn Grundeis kennen, der bemerkt, dass Emil viel Geld bei sich hat. Das hatte sich Emils Mutter bei der Großmutter ausgeliehen und Emil soll es nun zurückgeben. Herr Grundeis bietet Emil Bonbons an, doch das heimtückische Naschwerk lässt Emil einschlafen - und bei seiner Ankunft in Berlin ist das ganze Geld gestohlen. Emil kann Herrn Grundeis gerade noch beobachten, wie er den Bahnhof verlässt.
Es ist nicht leicht, sich in einer fremden Stadt wie Berlin an die Fersen eines Diebes zu heften. Gut, das Emil Gustav mit der Hupe, Pony Hütchen und dessen Freunde kennenlernt. Gemeinsam stöbern sie den Dieb auf und können ihn nach vielen abenteuerlichen Zwischenfällen schließlich entlarven. Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers von Erich Kästner
(Deutschland 1954, 90 Min., empf. ab 8 Jahren)

März 2019
Sa, 16.3,.
So, 31.3.

GREGS TAGEBUCH 2: Gibt’s Probleme?

Wie der erste Teil basiert auch „Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ auf der gleichnamigen Kinderbuchserie aus der Feder von Jeff Kinney. Auch diesmal wird der junge Greg Heffley vom Pech verfolgt. In den Sommerferien hat er so einige peinliche Dinge erlebt. Und das schlimmste daran, Gregs Bruder Rodrick hat sein Tagebuch geklaut und weiß nun über all jene Peinlichkeiten bestens Bescheid. Nun heißt es für Greg, alles zu geben, damit sein wohl gehütetes Geheimnis nicht ans Tageslicht kommt!
(USA 2011, 94 Min., empf. ab 8 Jahren)

So, 17.3,.
Sa, 30.3.

TOMBOY

Die zehnjährige Laure ist mit ihrer Familie gerade in die neue Nachbarschaft einer beschaulichen Stadtrandsiedlung gezogen. Als sie zunächst bei der gleichaltrigen Lisa und auch bei den anderen Kindern des Ortes als Junge durchgeht, erhält sie das Bild aufrecht und wird zu Michael. Forthin versucht sie alles so zu machen, wie es ihre Scheinidentität erfordert, sie spielt Fußball und prügelt sich mit den anderen Jungs, doch es kommt der unvermeidliche Tag, an dem Komplikationen auftreten. Laure verliebt sich in Lisa, und verstrickt sich in einem Netz aus Lügen, um ihre zweite Identität geheim zu halten, bis ihr doppeltes Spiel plötzlich auffliegt.
(Frankreich 2012, 82 Min., empf. ab 8 Jahren)

Hier geht's zu den Veranstaltungen der Vorjahre: » 201820172016 | » 2015 | » 2014 | » 2013 | » 2012 | » 2011

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