Kinoptikum Landshut
TOTAL THRASH - THE TEUTONIC STORY  MusikDoku
Fr 16.09. 
20:30 
Sa 17.09. 
18:00 
So 18.09. 
19:00 
Fr 23.09. 
20:30 
FSK 12
Sodom & Gomorrha! Das nackenverspannende Portrait der deutschen Thrash-Metall-Szene im Wandel der Zeiten
Wenn man im Englischen nicht so ganz bewandert ist oder den Begriff nur hört und nicht ließt, könnte man statt Thrash leicht Trash lesen, statt Prügel Müll. Und für zarte Ohren mag sich die als Thrash Metal bekannte Musikrichtung auch so anhören: Wie eine Kakophonie an Geräuschen, an Lärm, an Müll. Für Eingeweihte jedoch hat die Musik einen ganz eigenen Reiz, wie Daniel Hofmann in seinem Dokumentarfilm „Total Thrash – The Teutonic Story“ zeigt.
Vor allem im Ruhrgebiet hat er seinen Film gedreht, hat Größen der deutschen Thrash Metal-Szene interviewt, Musiker, Produzenten und Fans. Man könnte leicht Gründe finden, warum ausgerechnet im alten Arbeitergebiet West-Deutschlands diese Form der Musik besonders beliebt war, Bezüge von der Schwerindustrie zur harten Musik ziehen, von der zunehmenden Arbeitslosigkeit, die das Ruhrgebiet substanziell veränderte zum Wunsch, sich mittels besonders lauter, schneller, aggressiver Musik abzureagieren.
Doch von solchen soziologischen Analysen hält sich Daniel Hofmann weitestgehend fern. Stattdessen lässt er eine für den Laien kaum zu überschauende Zahl von Zeitzeugen zu Wort kommen, fast ausschließlich Männer, die inzwischen 30, 35 Jahre älter sind und sich auf interessante Weise verändert haben, bzw. auch nicht. Ein Großteil der Interviewten trägt die Haare immer noch lang und bevorzugt als Bekleidung schwarze Band-T-Shirts. Als Getränk steht meist eine Flasche Bier auf dem Tisch, auch daran dürfte sich nichts geändert haben. Allein: Die Haare sind schütterer geworden, die Gesichter oft von tiefen Furchen durchzogen und unter den T-Shirts spannt oft der Bauch.
So erinnern sich die Herren an die frühen 80er, als durch Bands wie Metallica oder Anthrax der Thrash Metal nach Deutschland kam, sich einheimische Bands wie Kreator, Sodom und Destruction bildeten, durch zunächst kleine Hallen in noch kleineren Orten zogen – vom Kurhaus Bad Segeburg ist da etwa die Rede – bald aber auch international reüssierten. Nach einigen Jahren des Erfolgs ging der Hype allerdings zu Ende, die Szene löste sich auf – bis Ende der 90er Jahre eine neue Generation den Thrash Metal entdeckte.
Eine enorme Menge an Interviews schneidet Dainel Hofmann zu einer Collage zusammen, aus der eine Art Oral History des deutschen Thrash Metals entsteht. Kennt man sich mit der Szene nicht aus, mag man bisweilen den Überblick verlieren, so kleinteilig werden oft nur halbe Sätze kurze Interviewpassagen aneinandergereiht, für Fans und Kenner dagegen, funktioniert „Total Thrash – The Teutonic Story“ als Erinnerungsstütze an eine Ära, an Musik, an Konzerte. Ein spannender Einblick in eine sehr spezielle, ganz eigene Szene.
(programmkino.de)
Land/Jahr: 
D 2022
Länge:
96 Min.
Regie:
Daniel Hofmann
Darsteller:
Jürgen “Ventor” Reil (Kreator), Thomas “Onkel Tom” Such (Sodom), Andreas “Gerre” Geremia (Tankard), Schmier (Destruction), uvm.
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