Kinoptikum Landshut
VICIOUS FUN  Cinema obscure OmU/DF
Sa 29.10. 
20:30(OmU) 
Mo 31.10. 
19:00(OmU) 
Fr 04.11. 
20:30(OmU) 
So 06.11. 
19:00(DF) 
Ein bestens gelaunter und durchaus origineller Retro-Horror Spaß im Stuhlkreis zu Halloween
Carpenter-eske Synthie-Melodien, nostalgisch eingefasste Analog-Technologien und jede Menge grelle Neon-Töne, die weich auf Polyester und Kunstleder scheinen: Wie aus diversen Horror-Filmen der vergangenen Jahre (It Follows, The Final Girls, The Guest) spricht auch aus der kanadischen Horrorkomödie Vicious Fun eine Besessenheit mit den 1980ern und den bis heute nachwirkenden Slasherfilmen jenes Jahrzehnts.
Doch mit der Formelhaftigkeit solcher Filme geht der Protagonist Joel (Evan Marsh) zu Beginn von Vicious Fun, dessen Handlung 1983 in Minnesota spielt, hart ins Gericht: Als junger Filmkritiker des Horror-Magazin „Vicious Fanatics“ macht er recht ungeniert den B-Movie-Regisseur Jack Portwood auf die Drehbuchschwächen seiner Filme, die fehlende Logik und den wiederholten Einsatz von Jump Scares anstelle von Suspense aufmerksam. So viel (berechtigte) Kritik am Slasher-Genre lässt natürlich erwarten, dass Vicious Fun selbst mit einem erfrischenden Plot lockt – und tatsächlich hat Joels Feierabendverlauf das Zeug dazu: Als ihn seine Mitbewohnerin Sarah für einen ungestörten „Mädelsabend“ rauskomplimentiert, folgt er kurzerhand dem mysteriösen blonden Mann, mit dem Sarah zuvor ein Date hatte.
Dieser heißt Bob, ist ein Immobilienmakler und notorischer Aufreißer, findet Joel heraus, als er in einem chinesischen Restaurant mit ihm ins Gespräch kommt. Bedrückt darüber, dass er wohl kaum selbst mit Sarah anbandeln können wird, lässt sich Joel daraufhin volllaufen, landet sturzbetrunken in der Abstellkammer und erwacht, als das Restaurant für die regulären Gäste geschlossen hat, aber dafür eine Selbsthilfegruppe beherbergt. In diese platzt Joel hinein und erfährt bald, dass die fünf Menschen, die sich hier im Stuhlkreis austauschen, keine übliche Suchterkrankung eint, sondern der Drang zum wiederholten Morden. Als sechster Serienmörder im Bunde gibt sich schließlich Bob die Ehre.
Dieser erste Plot Point von Vicious Fun ist von Regisseur Cody Callahan durchaus gelungen inszeniert und bereitet Vergnügen bei der Vorstellung von überzogenen Täter-Stereotypen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Hideo ein kannibalischer Sternekoch, der seine Opfer gern auch mal sechzehn Stunden lang belauert, Mike, ein grobschlächtiger Brutalo mit Mutterkomplex, der Feriencamps mit einer Machete überfällt, Fritz, ein effizient mordender Sachverwalter, der sich gern als Clown verkleidet – wobei Bob sich bald als gewitzter und gefährlichster Antagonist herauskristallisiert, der die Jagd auf Joel anführt. An seiner Seite hat Joel immerhin die toughe Carrie, die solche Gruppen infiltriert, um Serienmörder aus dem Verkehr zu ziehen.
Obwohl Vicious Fun vielleicht insgesamt keine besonders kluge Entgegnung auf den Sexismus vieler Horrorstreifen der 1980er gelingt, sei hervorgehoben, dass dieser Film immerhin dort funktioniert, wo er sich auf seine Kernkompetenz des vergnüglichen Horrors konzentriert – wobei vor allem die gekonnt zwischen Lässigkeit und Absurdität angesiedelte Performance von Ari Millen für die meisten Lacher sorgen wird. (kino-zeit.de)
Land/Jahr: 
CAN 2020
Länge:
101 Min.
Regie:
James Villeneuve
Darsteller:
Evan Marsh, Amber Goldfarb, Ari Millen
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