Kinoptikum

Veranstaltungen und Filmreihen 2023

DetailsArchitektur- und Kunstfilmreihe Herbst/Winter 2023

In Zusammenarbeit mit architektur und kunst e.v. landshut

Di, 5.9. / Do, 7.9. /
Mi, 13.9.

LEBENSZEICHEN

Der Zweite Weltkrieg erschüttert Europa, an der griechischen Peripherie jedoch ist davon wenig zu spüren. Nach einer Rast im Lazarett wird der verwundete Deutsche Stroszek auf die Insel Kos versetzt. Dort soll er sich auskurieren und mit seinen Kameraden Becker und Meinhard über ein Hafenkastell wachen, in dem alte Munitionsbestände gelagert werden. Den ereignislosen Alltag vertreiben sich die Männer mit der Renovierung des Gemäuers und tatsächlich scheint der frisch mit einer Einheimischen vermählte Soldat zur Ruhe zu kommen. Doch der Frieden ist nicht von Dauer - täglich zehren Hitze und sinnfreier Auftrag mehr an Stroszeks Nerven. Bereits in seinem Debütfilm zeichnet Werner Herzog ein scharfsinniges Gemälde sprachlosen Wahnsinns. Die visuelle Wucht späterer Meisterwerke ist hier zwar noch Zukunftsmusik, trotzdem begeistert „Lebenszeichen“ als symbolbeladenes Theater gleichermaßen subtiler wie unverschämter Absurditäten auch heute noch unverändert.
(Regie Werner Herzog, BRD 1968, 87 Min.)
Di, 3.10. / Do, 5. und 12.10./
Sa, 14.10.

VARDA PAR AGNÈS

Agnès Vardas letztes Werk – ein filmisches Selbstportrait und eine sympathische und weise Lektion was im Leben und beim Filmemachen wichtig ist. VARDA PAR AGNÈS kreist um ihr Schaffen als Filmemacherin, Fotografin und Installationskünstlerin. Dabei wagt sie assoziative Zeitsprünge und erzählt anekdotenreich und klug, so dass der Film auch für Zuschauer unterhaltsam bleibt, die mit ihren Werken nicht vertraut sind. Wie in ihrem vorletzten Film „Augenblicke: Gesichter einer Reise“ wird auch in VARDA PAR AGNÈS in den vielzähligen Begegnungen mit anderen Menschen deutlich, was Agnès Varda war und ist, eine große Erzählerin des Lebens und das vor und hinter der Kamera fern von allen Konventionen und vorgegebenen Dramaturgien.
(Frankreich 2019, 115 Min.)
Di, 5.12.
Do, 7.12.
Mi, 13.12.
Fr, 15.12.
So 7.1.2024

ANSELM - Das Rauschen der Zeit

Per Fahrrad durchs Atelier. Oder mit dem Gabelstapler durch die Hölle
Ein Film, wie man ihn selten zu sehen bekommt: Mit schwereloser 3D-Kamera saugt Wim Wenders das Publikum in seine Begegnung mit den Kunst-Welten Anselm Kiefers hinein. Ein traumwandlerisches Erlebnis, als wäre man selbst mittendrin im ganz eigenen Universum des Künstlers, dessen Werk die menschliche Existenz und die zyklische Natur der Geschichte erforscht – inspiriert von Literatur und Poesie, Geschichte, Philosophie, Wissenschaft, Mythologie und Religion. Mehr als zwei Jahre lang folgte Wim Wenders den Spuren Kiefers und verknüpft in seinem Film die Lebensstationen und Schaffensorte einer mehr als fünf Jahrzehnte umspannenden Karriere zwischen Kiefers Heimatland Deutschland und Frankreich, seiner heutigen kreativen Heimat. Sozusagen ein Gipfeltreffen deutscher Großkünstler – mit großem Gestus inszeniert...
(Deutschland 2023, 93 Min.)
Di, 2.1.2024
Do, 4.1.
Fr, 5.1.
Mi, 10.1.
Fr, 12.1.

DER SCHATTEN VON CARAVAGGIO

Italien 1609: Michelangelo Merisi, besser bekannt unter dem Namen Caravaggio, sorgt für Aufsehen in der Öffentlichkeit und zieht sich den Unmut der Behörden zu. Er sieht sich als Mann des Volkes, verachtet das Dogma, was Kunst sein darf und was nicht, was und wen man abbilden darf in seinen Heiligenbildern. Als Papst Paul V erfährt, dass Caravaggio für seine Gemälde Prostituierte, Diebe und Streuner als Modelle benutzt, schickt er seinen besten Geheimagenten los. Von seinen Recherchen wird es abhängen, ob Caravaggio für die Ermordung eines romantischen Rivalen zur Rechenschaft gezogen und zum Tode verurteilt wird. Der Schatten taucht ein in die schillernde Welt des Malers, der so lebt wie er malt. Funkelndes Arthouse-Kino in aufwändiger Produktion, zugleich ein Zeitgemälde, ganz und gar getaucht in die kontrastierende Bildsprache des großen Meisters.
(Italien/Frankreich 2022, 120 Min.)

DetailsKinderKino - für klein und GROSS Herbst/Winter

Samstag und Sonntag, 15:30 Uhr, Eintritt 5 Euro
Sa 23.9.
So 1.10.
Sa 21.10.
So 29.10

DIE FABELHAFTE REISE DER MARONA

„Die fabelhafte Reise der Marona“ der rumänischen Regisseurin Anca Damian erzählt die Lebensgeschichte einer zauberhaften Hündin und ihren wechselnden Besitzern. Unsere Heldin ist ein Halbblut-Labrador, der tiefe Spuren in den Leben der Menschen hinterlässt, denen sie begegnet. Rund um den Globus vielfach ausgezeichnet, begeistert der Animationsfilm mit einem Feuerwerk an bunten, visuellen Ideen. Die Poesie der Sprache, Fantasie und Humor vereinen sich zu einem einzigartigen und eigenwilligen Meisterwerk, bei dem alle Sinne angeregt und die widersprüchliche Schönheit des Lebens gefeiert werden.
(Rumänien/Frankreich, 2019, 92 Min., empf. ab 9 Jahren)
So 24.9.
Sa 7.10.
So 15.10.
Sa 28.10

DER KLEINE NICK ERZÄHLT VOM GLÜCK

Über ein großes weißes Blatt Papier gebeugt, irgendwo zwischen Montmartre und Saint-Germain-des-Prés, erwecken Jean-Jacques Sempé und René Goscinny einen lachenden und schelmischen kleinen Jungen zum Leben, den Kleinen Nick. Zwischen Kameradschaft, Streit, Raufereien, Spielen, Dummheiten und haufenweise Strafen erlebt Nick eine Kindheit voller Spaß und Lernerfahrungen. Im Laufe der Erzählung schlüpft der Junge in die Werkstatt seiner Schöpfer und stellt sie auf witzige Weise zur Rede. Sempé und Goscinny erzählen ihm von ihrer Begegnung, ihrer Freundschaft, aber auch von ihren Lebenswegen, ihren Geheimnissen und ihrer Kindheit.
(Frankreich, 2022, 82 Min., empf. ab 8 Jahren)
Sa 30.9.
So 22.10.
Sa 4.11.
So 12.11.

DIE KLEINE SPINNE LILLY WEBSTER

Die kleine Spinne Lili Weber lebt mit ihrem Bruder Hugo, ihren Eltern und Großeltern im Maschinenraum eines Aufzugs. Doch ihre Welt ist viel größer als das familiäre Spinnennetz. Nach vielen Abenteuern steht Lili nun ihr größtes und gefährlichstes bevor: die Begegnung mit einem menschlichen Wesen. Immerhin sind Menschen der Nummer Eins Feind der Spinnen. Kann das überhaupt funktionieren oder ist das Treffen, wie Lilly es immer gelehrt bekam, viel zu gefährlich? Gemeinsam mit dem kleinen Mädchen versucht sie die Unterschiede, die sie trennen, zu überwinden. Eine farbenfrohe Mischung aus Animations- und Realfilm über das Geheimnis der Freundschaft.
(Slowakei, 2022, 65 Min., empf. ab 5 Jahren)
So 8.10.
Sa 14.10.
Kinderfilme im Kinoptikum

DER PRINZ UND DER TÖPFER

Ein opulentes Kinomärchen zum 150-jährigen der Königlich-bairischen Keramikschule!
Es war einmal in einem fernen Land… Dort blühten die handwerklichen Künste und auf dem Markt wurden die schönsten Dinge angeboten. Doch dies Land wurde von einer stolzen Königin regiert, die nur ihre Schönheit im Sinn hatte, ihrem Sohn das Arbeiten verbot und das Regieren dem raffgierigen und brutalen Karatasch überließ. Dieser ließ die besten Handwerker des Landes unterwegs von Straßenräubern gefangen nehmen und sperrte sie dann in eine tiefe Höhle, damit sie fortan nur für ihn und zu seinem Vorteil arbeiteten. Eines Tages nun begegnet der Prinz Bachtijar dem wunderschönen Mädchen Gulschan, in das er sich bis über beide Ohren verliebt. Überall im Land lässt er nach der Unbekannten suchen, die er zu seiner Braut machen will. Sie wird entdeckt, will von dem fürstlichen Bräutigam aber nichts wissen. Denn die Tochter des Töpfermeisters Nabi will jemanden heiraten, der ein Handwerk beherrscht und in seinem Leben etwas erschaffen hat.
(UDSSR, 1982, 67 Min.)
So 5.11.
Sa 23.12.
Sa 3.2.24
So 10.3.

DER KLEINE MAULWURF

Acht Zeichentrickgeschichten um den kleinen Maulwurf, der sich mit Hilfe seiner Freunde spielerisch die Welt aneignet und dabei stets die Erfahrung macht, dass es für alle Probleme eine Lösung gibt. Ein kindgerechtes Zeichentrickfilmprogramm, bestehend aus acht Maulwurf-"Klassikern", die mit viel Witz und liebenswürdigem Charme ihre pädagogischen Botschaften vermitteln. (Episoden: 1. "Maulwurf & Lutschbonbon" ("Krtek a lizatko", 1970); 2. "Maulwurf im Zoo" ("Krtek v Zoo", 1969); 3. "Maulwurf & Auto" ("Krtek a auticko", 1963); 4. "Maulwurf & Karneval" ("Krtek na karnevalu", 1975); 5. "Maulwurf & Bulldozer" ("Krtek a buldozer", 1975); 6. "Maulwurf & Kaugummi" ("Krtek a zvykacka", 1967); 7. "Maulwurf & Weihnachten" ("Krtek o vanovich", 1975); 8. "Maulwurf als Maler" ("Krtek malirem", 1972)
(Tschechien, 1963 - 75, 47 Min., empf. ab 5 Jahren)
Sa 11.11.
Sa 30.12.
So 4.2.24

ERNEST & CELESTINE

Mäuse und Bären können keine Freunde sein. Die Mäusekinder im Internat tief unter der Erdoberfläche lernen dies schon von klein auf. Nur die Waise Célestine will nicht so recht an die Geschichte vom großen, bösen Bären glauben, die ihr immer wieder erzählt wird. Sie würde gerne einmal einen Bären kennen lernen. Und tatsächlich scheint der Bär, der ihr da plötzlich gegenübersteht, erst einmal sehr gefährlich zu sein. Denn Ernest ist furchtbar hungrig. Weil Célestine ihm aber einen Keller voller Süßigkeiten zeigen kann, verschont er die kleine Maus. Die beiden werden zu besten Freunden.
(Frankreich, Belgien, Luxemburg 2012, 80 Min., empf. ab 7 Jahren)

Sa 18.11.
Sa 26.11.
Sa 20.1.24

DIE EICHE - Mein Zuhause

Es war einmal eine alte Eiche…Die Jahreszeiten ändern sich, aber die Bewohner bleiben die gleichen: das flinke Eichhörnchen, die farbigen Rüsselkäfer, die lauten Eichelhäher, die unermüdlichen Ameisen und viele andere Lebewesen. Sie alle finden Zuflucht, Unterschlupf und ein Zuhause in diesem majestätischen Baum. Die Eiche wirkt wie ein Mietshaus der Natur, in der die Nachbarn miteinander zanken und feiern. Es gibt tierische Konzerte, dramatische Naturkatastrophen und action-geladene Verfolgungsjagden. Die preisgekrönten Regisseure Laurent Charbonnier und Michel Seydoux haben einen Naturfilm produziert, der die Großartigkeit dieses Baumes feiert und dabei ohne jeglichen Begleitkommentar auskommt. Das ist unterhaltsam, oft witzig, und ganz erstaunlich spannend. Die abenteuerliche Reise in die Natur ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein heißer Kinotipp auch für Familien und Schulklassen!
(Frankreich 2022, 80 Min., empf. ab 6 Jahren)

So 19.11.
So 10.12.
Sa 6.1.24
So 28.1.24

LOU - Abenteuer auf Samtpfoten

Die 10-jährige Clémence findet auf dem Dachboden ihres Pariser Wohnhauses ein verwaistes Kätzchen. Kurzerhand nimmt sie das niedliche Fellknäuel bei sich auf und gibt ihm den Namen Lou. Die beiden werden beste Freunde und sind fortan unzertrennlich – und so darf Lou Clémence und deren Eltern sogar mit aufs Land begleiten, wo sie gemeinsam die Ferien verbringen wollen. Dort genießt der neugierige Stubentiger seine Streifzüge durch die umliegenden Wälder, wo er sich mit der kleinen weißen Katze Câline anfreundet und viele spannende Abenteuer erlebt, in denen er so manchen Gefahren trotzen muss. Der Dokumentar- und Naturfilmspezialist Guillaume Maidatchevsky („Ailos Reise“) schuf mit seinem neuen tierischen Abenteuer einen warmherzigen und lehrreichen Familienfilm, der durch atemberaubende Natur- und Tieraufnahmen besticht.
(Frankreich 2023, 83 Min., empf. ab 6 Jahren)

Sa 25.11.
Sa 16.12.
So 14.1.24
Sa 27.1.24

ENTE GUT! MÄDCHEN ALLEIN ZU HAUS

Die elfjährige Linh und ihre kleine Schwester Tien sind plötzlich auf sich allein gestellt, als ihre Mutter nach Vietnam muss, um sich um die kranke Oma zu kümmern. Doch das darf niemand erfahren – vor allem nicht das Jugendamt. Linh ist jetzt nicht nur für Tien verantwortlich, sondern muss sich neben der Schule auch um den Haushalt und den vietnamesischen Imbiss ihrer Mutter kümmern. Doch die selbsternannte Spionin Pauline aus dem Wohnblock gegenüber entdeckt das Geheimnis und droht, die beiden Mädchen zu verraten. Aus der anfänglichen Erpressung wächst bald eine Freundschaft, die jedoch immer wieder auf die Probe gestellt wird. Denn auch die Polizei und Frau Trost vom Jugendamt sind nah dran, hinter das Geheimnis zu kommen ... Mit Humor, Herz und voller Abenteuerlust erzählt dieser Film von der außergewöhnlichen Freundschaft dreier Mädchen, die kulturelle Unterschiede spielend überwinden.
(Deutschland 2016, 95 Min., empf. ab 6 Jahren)

Sa 2.12.
Sa 13.1.2024
So 21.1.
Sa 24.2.

OINK

Zwei liebevolle Eltern, ein bester Freund und ein schöner Garten zum Spielen. In Babs’ geregelter Welt sind sogar die Mahlzeiten mustergültig: gesund und vegetarisch. Doch eines Tages mischt ein cowboycooler Mann das Idyll auf. Opa aus Amerika ist da und erfüllt seiner Enkelin mit dem Ferkel Oink den Herzenswunsch vom eigenen Haustier. Während der rosafarbene Wirbelwind schnell alle Herzen erobert, sorgt der Großvater für Argwohn. Denn was die überglückliche Babs nicht ahnt: Der alte Mann mit dem Banjo hat beim traditionellen Wurstkönig-Wettbewerb noch eine Rechnung offen. Die lebhafte Stop-Motion Animation greift mit dem Gegensatz von fleischlicher und pflanzlicher Ernährung ein wichtiges Thema auf und gefällt durch die Ambivalenz vieler Figuren, zumal von Babs Eltern. Ein wirklich empfehlenswerter Kinderfilm.
(Niederlande 2022, 70 Min., empf. ab 6 Jahren)
Sa 3.12.

DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL

Der Weihnachtsklassiker: Seit dem Tod des Vaters muss Aschenbrödel für ihre Stiefmutter und ihre Stiefschwestern auf dem Hof des Vaters als Magd arbeiten. Die Stiefmutter lässt das Mädchen die schmutzigste Arbeit verrichten. Doch sie lässt sich nichts gefallen. Der Kutscher schenkt ihr drei Haselnüsse mit Zauberkraft... Ein bezaubernder Kinderklassiker - und eine legendäre Verfilmung.
(CSSR/DDR 1973, 75 Min., empf. ab 6 Jahren)
Sa 9.12.
So 17.12.
So 7.1.2024
Kinderfilme im Kinoptikum

WIR KINDERN AUS BULLERBÜ

Die Schule ist dann besonders schön, wenn gerade die Sommerferien beginnen. Man kann Schwimmen gehen, sich in der Mühle vom alten Johan schauerliche Geschichten erzählen lassen oder auf einer “einsamen” Insel Seeräuber spielen. Langeweile kommt also bei Lasse, Bosse und Ole und den Mädchen Lisa, Britta und Inga nie auf, zumal es da auch noch die kleine Kerstin gibt, die immer für besondere Aufregung sorgt. Die Jungen bemühen sich nach besten Kräften, den Mädchen ständig Streiche zu spielen. So erzählen sie ihnen von einem verborgenen Perlenschatz, der sich allerdings als sehr seltsam erweist. Wenn man auf dem Heuboden übernachtet, kann es manchmal schon recht schauerlich werden, vor allem dann, wenn merkwürdige Gespenster auftauchen. Aber Lisa, Britta und Inga lassen sich nicht unterkriegen.
(Schweden 1986, 90 Min., empf. ab 6 Jahren)

DetailsOPEN AIR KINO - Filmnächte an der Rochuskapelle

Mi, 2.8.

DIE STILLEN TRABANTEN

Hochpolitisches, zärtliches wie unerbittliches Kino im Gewand eines psychologischen Dramas
Es sind leise Begegnungen am Rande der Stadt, die abseits der Großstadtlichter die Schwere des Alltags für einen Moment vergessen lassen. Nacht für Nacht kehren die Unscheinbaren an die Orte ihrer Sehnsucht zurück: Imbissbesitzer Jens verliebt sich bei der nächtlichen Zigarette im Treppenhaus in seine Nachbarin Aischa, während Wachmann Erik auf seinem Routinerundgang durch das Ausländerwohnheim Gefühle für die junge Marika entwickelt. Auch Reinigungskraft Christa sucht nach Ende ihrer Schicht Trost an der Seite von Friseurin Birgitt. Drei Geschichten, ein gemeinsamer Wunsch: Ein Funken Liebe, ein Hauch von Zuneigung und das Gefühl der Geborgenheit. Ein erlesen besetztes Episodendrama über ostdeutsche Lebenswirklichkeiten, das mit seiner atmosphärischen Dichte und ungewöhnlichen Erzählweise beeindruckt. Ein sehr schöner Film. Punkt.
(Regie Thomas Stuber, Deutschland 2022, 101 Min.)
Do, 3.8.

DELICATESSEN

Das überbordend phantasievolle Meisterwerk aus dem Mietshaus voller ausgelassener Fabulierlust
Die skurrile Handlung spielt in einer Stadtruine an einem nicht näher bestimmten Ort zu einer unbestimmten Zeit, jedenfalls nach einer globalen Katastrophe. Es gibt kaum noch Fleisch oder andere Lebensmittel. Daher konnte sich ein Fleischer mörderischen Wohlstand erarbeiten: Regelmäßig stellt er neue Hausmeister ein, um sie bereits nach wenigen Tagen zu schlachten und portionsweise an die hungernden Hausbewohner – gegen Mais, die offizielle Geldwährung – zu verkaufen. Als neuestes Opfer ist Louison auserkoren, ein ehemaliger Clown, der zwar wenig Fleisch auf den Rippen hat, sich mit handwerklichem Geschick aber recht gut einlebt. Als Julie, die Tochter des Fleischers, sich jedoch in Louison verliebt, beginnt die Sache aus dem Ruder zu laufen. Ein ebenso poetisches wie brüllend komisches Gemisch aus Märchen, Horrorfilm und Komödie, voller bizarrer Einfälle und äußerst schräger Figuren.
(Regie Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro, F 1990, 99 Min.)
Fr, 4.8.

WAS MAN VON HIER AUS SEHEN KANN

Die westerwäldliche Antwort auf das fabelhafte Paris der Amélie
Luise ist bei ihrer Großmutter Selma in einem abgelegenen Dorf im Westerwald aufgewachsen. Selma hat eine besondere Gabe, denn sie kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Ort. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Das ganze Dorf hält sich bereit, letzte Vorbereitungen werden getroffen, Geheimnisse enthüllt, Geständnisse gemacht, Liebe erklärt… Die Adaption des Romans ist ausgesprochen gelungen. Ein Film wie man ihn aus deutschen Landen selten sieht, mit einem Gespür für das Schräge, das Absurde, das völlig Entrückte, aber eben auch mit viel Gefühl. Ein Film, der in eine Provinz entführt, wie sie wahrhaftiger und zugleich irrealer nicht sein könnte. Ob das jedem gefällt, sei dahingestellt, wer Geschichten von hoher Skurillität schätzt, ist hier jedoch bestens aufgehoben.
(Regie Aron Lehmann, Deutschland 2022, 103 Min.)
Sa, 5.8.

LOVESONG FOR BOBBY LONG

Eine ganz eigenartige, einzigartige Familiengeschichte voll bitter-süßer Geheimnisse
Louisiana ist vor allem eines: drückend heiß! Mit ihren gerade einmal 17 Jahren glaubt Purslane Homity Will (Scarlett Johansson), diese Welt weit hinter sich gelassen zu haben und mit ihrem Freund Lee ihr Leben im gemeinsamen Wohnwagen im Griff zu haben. Als sie vom Tod ihrer Mutter Lorraine erfährt, kehrt die junge Pursy aber nach Jahren zum Haus ihrer Kindheit in New Orleans zurück. Sie ist erstaunt, dort Bewohner vorzufinden - zwei Freunde ihrer Mutter: Der emeritierte Literaturprofessor Bobby Long (John Travolta) und dessen junger Schützling Lawson Pines (Gabriel Macht) haben sich in dem verfallenen Haus gemütlich eingerichtet. Pines schreibt an einem Roman über Bobby Longs Leben. So entwickelt sich eine ungewöhnliche Beziehung zwischen den beiden und der neuen Mitbewohnerin. Aber Bobby Long birgt ein Geheimnis, das Pursys Leben beeinflussen könnte. Hinter seiner Hilfsbereitschaft gegenüber der jungen Frau, die er bei ihren Bemühungen unterstützt, den Schulabschluss nachzuholen, stecken noch andere Motive als Pursy ahnt.
(Regie Shainee Gabel, USA 2004, 119 Min.)
Mi, 9.8.

MASKULIN FEMININ (DF)

Ein essayistisches Generationenportrait im Pariser Winter, ein echter Klassiker filmischer Freiheit im Gedenken an Jean-Luc Godard
Paris, 1965: Paul, ein junger Idealist, wurde gerade aus dem Wehrdienst der französischen Armee entlassen und protestiert mit seinem Freund Robert gegen den Vietnamkrieg. Außerdem versucht er sich als Journalist und führt Interviews mit Passanten. Eines Tages trifft er die hübsche Madeleine und verliebt sich in sie. Diese träumt von einer Karriere als Pop-Sängerin und gerade ihre erste Schallplatte auf. Zunächst stoßen seine Avancen auf Desinteresse, doch nachdem er von seinem Vermieter vor die Tür gesetzt wurde, nimmt ihn Madeleine bei sich auf und es entwickelt sich eine Beziehung. Aber auch ihre beiden Mitbewohnerinnen haben ein Auge auf Paul geworfen... Jean-Luc Godard interessiert sich für die Gedanken, Gespräche, Wünsche, Illusionen, Illusionslosigkeit, Sexualität und Zukunftsvorstellungen der jungen Leute zwischen Konsumdenken und sozialistischen Idealen. Für ihn sind sie die „Kinder von Karl Marx und Coca-Cola“.
(Regie Jean-Luc Godard, Frankreich 1966, 110 Min.)
Do, 10.8.

JAZZ AN EINEM SOMMERABEND

Jazz, Jazz, Jazz, die flirrende Atmosphäre eines Sommertags voll Sound und Gefühl einer Generation
Newport 1958, ein Sommertag. Zwei Ereignisse treffen aufeinander: Das Newport Jazz Festival und die Segelregatta America Cup. Mittendrin der Fotograf Bert Stern, weltbekannt durch seine Fotosession „Last Sitting“ mit Marilyn Monroe. Wie in seinen Bildern gelingt es Stern auch hier – in impressionistisch anmutenden Momentaufnahmen — die Persönlichkeiten der Porträtierten zu erfassen, seien es die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne oder scheinbar willkürlich herausgegriffene Gesichter aus dem Publikum, in denen sich Lebensfreude, Entspannung und Entrückung spiegeln. Nach Einbruch der Dunkelheit entfaltet Stern die Bandbreite der großartigen Musikerinnen und Musiker, ist ganz bei ihnen und dem Publikum. Zwischendrin tanzt ein fast körperlos wirkender, hellblauer Anzug und niemand kann sich dem Charme eines Louis Armstrong oder einer Mahalia Jackson entziehen, deren inbrünstige Performance den Sommerabend beschließt.
(Regie Bert Stern, USA 1959, 85 Min.)
Fr, 11.8.

NOSTALGIA (DF)

Feindliche Freundschaft, eine gnadenlose und faszinierende Reise in die Vergangenheit in den Straßen Neapels
Nach 40 Jahren kehrt Felice in seine Heimatstadt Neapel zurück, um seine Mutter ein vielleicht letztes Mal zu sehen. Dort angekommen, begibt er sich auf eine Reise zum Ort seiner Jugend, einem Viertel im heutigen Neapel, aus dem die Gefahr nie ganz verschwand. Nostalgia ist der italienische Beitrag für den Oscar 2023 und lief im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes. Der Film erzählt eindringlich das Schicksal eines sensiblen, sanftmütigen Mannes, dessen Rückkehr in seine Heimatstadt eine Nostalgie in ihm auslöst, der er sich nicht entziehen kann. Seine Vergangenheit und die Mafia scheinen nur darauf gewartet zu haben, ihn endlich einzuholen. In seinem vielschichtigen Drama, das sich immer mehr zum Thriller entwickelt, zeigt Mario Martone die Stadt Neapel als Ort der Träume und als Moloch – eine Metropole, ebenso angsteinflößend wie romantisch.
(Regie Mario Martone, Italien/Frankreich 2022, 118 Min.)
Sa, 12.8.

WANN WIRD ES ENDLICH WIEDER SO WIE ES NIE WAR

This is the Day - die liebevolle und inklusive Nacherzählung bewegter Jugendjahre
Luise ist bei ihrer Großmutter Selma in einem abgelegenen Dorf im Westerwald aufgewachsen. Selma hat eine besondere Gabe, denn sie kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Ort. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Das ganze Dorf hält sich bereit, letzte Vorbereitungen werden getroffen, Geheimnisse enthüllt, Geständnisse gemacht, Liebe erklärt… Die Adaption des Romans ist ausgesprochen gelungen. Ein Film wie man ihn aus deutschen Landen selten sieht, mit einem Gespür für das Schräge, das Absurde, das völlig Entrückte, aber eben auch mit viel Gefühl. Ein Film, der in eine Provinz entführt, wie sie wahrhaftiger und zugleich irrealer nicht sein könnte. Ob das jedem gefällt, sei dahingestellt, wer Geschichten von hoher Skurillität schätzt, ist hier jedoch bestens aufgehoben.
(Regie Sonja Heiss, Deutschland 2022, 116 Min.)
  • Einlass ab 20 Uhr, freie Platzwahl, Getränke erhaltet Ihr vor Ort
  • Filmstart gegen 21.00 Uhr, bei schlechtem Wetter im Kinoptikum
  • Eintrittspreise: 7,00 / 6,30 € (10-er Karte)
  • Karten sind an der Abendkasse erhältlich, freie Platzwahl.

Wir freuen uns, unterstützt vom Haus International, das Open Air Kinofest 2023 an der Rochuskapelle ankündigen zu dürfen.

» Der Trailer zum Kino-Openair
» Lageplan Rochuskapelle Landshut

DetailsEin Ausflug in das Filmland Schweiz

Fr, 03.02.
- Sa, 18.2.

DREI WINTER

Gewaltiges Alpendrama vor epischer Kulisse zum Auftakt unseres kleinen Ausflugs ins Filmland Schweiz - ein Monolith von Film!
In einem entlegenen Schweizer Alpendorf greift der zugezogene Marco dem Bergbauern Alois unter die Arme, auch beim Stammtisch lernt man den stämmigen Eisteetrinker langsam schätzen. Anna wiederum kommt ursprünglich aus dem Dorf, ihre Tochter stammt aus einer früheren Beziehung. Dass die neue Liaison mit Marco klappen wird, bezweifeln so manche. Marco und Anna nicht, sie heiraten. Ihre Liebe ist behutsam und schön, sie beschwören sie mit einfachen Worten, können sie nicht fassen. Doch bald scheint Marco immer öfter die Kontrolle über seine Impulse zu verlieren …Romeo und Julia, modern interpretiert in den Schweizer Alpen: in Michael Kochs beeindruckendem zweiten Spielfilm kommen eine menschliche Tragödie und die epische Natur der Schweizer Bergwelt auf einzigartige Weise zusammen. Ein Heimatfilm, fernab von Kitsch, bildgewaltig und einnehmend.
(Regie Michael Koch, Schweiz 2022, 136 Min.)
Do, 2.3.
- Mo, 13.3.

DIE GOLDENEN JAHRE

Eine pointierte Feelgood-Dramödie von einem Ehepaar auf der Suche nach dem späten Glück an Bord des Traumschiffs
Endlich frei! Ausgelassen feiern die Eheleute Alice und Peter ihren Ruhestand und freuen sich auf die anstehende neue Lebensphase. Auf einer Kreuzfahrt im Mittelmeer – ein Geschenk der Kinder – wollen sie sich als Paar wieder näherkommen, so zumindest der Plan von Alice. Doch als Peter seinen kürzlich verwitweten Freund Heinz ungefragt mit auf die Reise nimmt, ist es aus mit der erhofften Zweisamkeit und lange angestaute Eheprobleme treten ans Tageslicht. Nach einem Landgang in Marseille kehrt Alice kurzentschlossen nicht mehr an Bord zurück und nimmt sich eine Auszeit ganz für sich. Auf getrennten Wegen finden sie schließlich nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu einer neuen Art, ihre goldenen Jahre zu verbringen. Eine gefühlsechte und inspirierende Hommage an den „dritten Lebensabschnitt“ mit all seinen Sehnsüchten und Konventionen.
(Regie Barbara Kulcsar, Schweiz/Deutschland 2022, 92 Min.)
Di, 21.3.
- So, 9.4.

UNRUH

Zeit ist Geld - vom Klassenkampf in der Uhrenfabrik
1877: der russische Kartograf Pyotr Kropotkin kommt in ein Tal im Schweizer Jura, angelockt von der hochentwickelten Uhrenfertigung dort und von der Nachricht, dass sich Arbeiter*innen zu einer anarchistischen Gewerkschaft zusammengeschlossen haben. Er trifft auf eine Gesellschaft, in der Beamte und Gendarmen über die richtige Uhrzeit wachen und dem Produktionsbetrieb und der Gemeinschaft den Takt vorgeben. Davon kann auch Josephine ein Lied singen, die über die Montage der Unruh, des Herzstücks der mechanischen Uhr, wacht und den zugereisten Kropotkin kennenlernt. Inspiriert von anarchistischen Ideen fordern sie die Befreiung der Zeit, setzen Solidarität und Pazifismus gegen Marktgesetze und Nationalismus. Mit sorgfältig komponierten Bildern feiert dieser Film die Handwerkskunst und verknüpft sie mit einer klaren politischen Haltung. Rigorose Filmkunst, so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk und so überraschend wie eine Wundertüte!
(Regie Cyril Schäublin, Schweiz 2022, 93 Min.)
Fr, 31.3.
- Mo, 10.4.

MAD HEIDI

Mit Blut, Sex und Schweizer Käse, Alpen-Tarantino trifft Walking Dead
In einer dystopischen Schweiz, die unter die faschistische Herrschaft eines Käsemagnaten geraten ist, lebt Heidi als einfache junge Frau in den Alpen. Grossvater Alpöhi tut sein Bestes, um seine Enkelin vor der Diktatur zu schützen, doch schon bald bricht mit ihrem Freiheitsdrang die Hölle los. Heidi verliert alles, was ihr lieb ist – und fängt an, zurückzuschlagen. Das naive Mädchen muss sich in eine wilde Kämpferin verwandeln, bevor es sich aufmacht, das Land von den Käsefaschisten zu befreien. Wer Filme wie „Iron Sky“ mag, der ist bei „Mad Heidi“ genau richtig. Das ist filmischer Quatsch auf hohem Niveau, schräg, blutig, actionreich, politisch inkorrekt und mächtig unterhaltsam. Im Grunde perfekt für ein Midnight-Screening. Man mag suchen müssen, in welchen Kinos Heidi für die Freiheit des Mutterlands kämpft, es lohnt sich aber!
(Regie Johannes Hartmann, Sandro Klopfstein, Schweiz 2022, 92 Min.)

DetailsArchitektur- und Kunstfilmreihe 1. Halbjahr 2023

In Zusammenarbeit mit architektur und kunst e.v. landshut

Di, 3.1. / Do, 5.1. /
Fr, 13.1.

MARINA ABRAMOVIC - The Artist is present

Das renommierte Museum of Modern Art widmete Marina Abramovic 2010 eine Einzelausstellung, welche mehr als 500 000 Personen anzog. Neben ihrer früheren Arbeiten war die Künstlerin selber Teil der Ausstellung: Drei Monate lang sass sie täglich sieben Stunden bewegungslos auf einem Stuhl. Das Publikum lud sie ein, sich ihr einzeln gegenüberzusetzen, um mit ihr in einen "geistigen Dialog" zu treten. Eine hypnotisierende Kinoreise in die Welt radikaler Performance Art und das intime Porträt einer erstaunlich unwiderstehlichen, immer wieder faszinierenden Frau, die zwischen Leben und Kunst keinen Unterschied macht. Der Film begleitet die Künstlerin Abramovic vor, während und nach der Ausstellung und gewährt exklusive Einblicke gibt in ihre Zusammenarbeit mit Kuratoren und Galeristen, mit ihren Studierenden und dem Publikum.
(USA 2012, 106 Min.)
Di, 7.2. / Do, 9.2. /
Do, 16.2.

WE ARE ALL DETROIT - Vom Bleiben und Verschwinden

Zwischen den beiden so unterschiedlichen Städten gibt es eine gewichtige Gemeinsamkeit: Die Autoindustrie hat sowohl Detroit als auch Bochum geprägt. Und sowohl der Beginn als auch das Ende der Autoindustrie in Bochum wurden in Detroit besiegelt. Nach dem Ende des Industriezeitalters sind die Menschen hier wie da auf der Suche nach einer neuen Identität. Im Film lernt der Zuschauer sowohl die Bewohner kennen, die von den Entwicklungen betroffen sind und deren Lebensrealität davon bestimmt wird, als auch die Akteure – Planer, Wissenschaftler und Politiker – des Wandels, die alle große Versprechungen und Visionen für eine mehr als ungewisse Zukunft verkünden. Trotz aller Unterschiede verbindet die Menschen in Bochum wie in Detroit das Verlangen nach einem würdevollen und glücklichen Leben und die filmische Reise durch die beiden Städte wird zu einer Reise in die Herzen ihrer Menschen.
(Deutschland 2021, 118 Min.)
Di, 7.3. / Do, 9.3.
So, 19.3.

MÜNCHEN - Geheimnisse einer Stadt

Mit einer für das deutsche Kino seltenen Experimentierfreudigkeit und Verspieltheit erzählen Filmregisseur Dominik Graf und der im Sommer 2011 viel zu früh verstorbene Filmkritiker Michael Althen ihr poetisch-skurriles Stadtporträt, das auch von jeder anderen Stadt erzählen könnte. Ihr suggestiver Filmessay ist ein Mosaik aus Geschichten, Sehnsüchten und Träumen: Welche Geschichte würde ein Geldschein erzählen, wenn er sprechen könnte? Wovon träumen Fahrkartenkontrolleurinnen? Was passiert, wenn zwei Männer feststellen, dass sie dieselbe Frau geliebt haben? Was erlebt der Junge, der das Dienstmädchen mit ihrem Liebhaber erwischt? Und was hat die Sonnenfinsternis mit alldem zu tun? Dies ist das fiktive Porträt einer Stadt oder das Porträt einer fiktiven Stadt, der Stadt, die sich jeder erträumt, und des Traums, den jede Stadt darstellt.
(Regie Dominik Graf, Michael Althen, Deutschland 2011, 120 Min.)
Di, 4.4. / Do, 6.4.
Mi, 12.4.

IL BUCO - Ein Höhlengleichnis

Während des Wirtschaftsbooms in den 1960er Jahren wird im wohlhabenden Norden Italiens das höchste Gebäude des Landes gebaut. Zeitgleich bricht ein Forschungsteam ins unberührte Hinterland Kalabriens auf, um die tiefste Höhle Europas zu erkunden. Der Grund des Abgrunds von Bifurto, 700 Meter unter der Erde, wird zum ersten Mal erreicht. Die Expedition bleibt von den Bewohnern eines kleinen Nachbardorfes unbemerkt, nicht aber von dem alten Hirten der Pollino Hochebene, dessen einsames Leben sich mit der Reise der Gruppe zu verweben beginnt. Regisseur Michelangelo Frammartino stellt in IL BUCO – Ein Höhlengleichnis die wahre Geschichte der außergewöhnlichen Höhlenexpedition 1961 im Pollino nach. Ohne Dialoge ist die Reise ins Innere ein mystisches Leinwandereignis, das unbekannte Tiefen des Lebens und der Natur offenlegt.
(Regie Michelangelo Frammartino, Italien/Frankreich/Deutschland 2021, 93 Min.)
Di, 2.5.
- So 14.5.

LARS EIDINGER - SEIN ODER NICHT SEIN

Begnadeter Mime oder eitle Nervensäge? An Lars Eidinger scheiden sich die Geister, von den deutschen Bühnen und dem zunehmend auch internationalen Kino ist der Berliner jedoch nicht mehr wegzudenken. Auf der Bühne überzeugt er durch seine körperliche Präsenz, sein variationsreiches Spiel und seien Emotionalität. Dadurch verleiht er seinen Charakteren Tiefe und Glaubwürdigkeit und sorgt für ausverkaufte Theater auf der ganzen Welt. Der rastlose Star dreht Filme mit internationalen Stars wie Juliette Binoche, Isabelle Huppert und Adam Driver. Sein Leben hat er voll und ganz der Kunst verschrieben, sei es als Schauspieler, Regisseur, Fotograf oder DJ. Konsequent also, dass Reiner Holzener sich in seinem Dokumentarfilm um eine Annäherung an den (Selbst-) Darsteller bemüht, die zu einem bemerkenswert sensiblen, hellsichtigen Porträtfilm wird.
(Regie Reiner Holzener, Deutschland 2022, 92 Min.)
Di, 6.6.
Do 15.6.

SCHLACHTHÄUSER DER MODERNE

Architektur- und Kunstfilmreihe im Kinoptikum
Es gibt Häuser, in denen die Moderne geschlachtet wird, und Häuser in denen die Moderne schlachtet: Der Filmemacher Heinz Emigholz untersucht in seinem Dokumentarfilm die Doppelmoral architektonischer Moderne, die sich zwischen Avantgarde und politischer Propaganda befindet. So vergnügt auf Krawall gebürstet wie in dieser überaus facettenreichen Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und ihren hässlichen Ausprägungen hat man Emigholz bisher nicht erlebt. Kein Alterswerk, eher ein neuer Aufbruch.
(Regie Heinz Emigholz, Deutschland 2022, 80 Min.)
Di, 4.7.
- So 23.7.

WERNER HERZOG - Radical Dreamer

Eine Karriere gegen alle Wahrscheinlichkeit: Werner Herzog ist eine Ikone. Jedes Jahr wächst sein Ruhm. Viele Bilder seiner Filme sind heute Teil des kollektiven Gedächtnisses, um die Umstände seiner Produktionen ranken sich Mythen. Vor allem in Hollywood hat seine Person mittlerweile Kultstatus erlangt. Anlässlich seines 80. Geburtstags gibt es zum ersten Mal ein umfassendes filmisches Porträt, in dem sich Steinaecker mit den Fragen befasst, was Werner Herzogs Filme so besonders macht. Denn zweifelsohne ist er - das macht dieser großartige Film deutlich - genau das, was der Titel sagt: ein radikaler Träumer, ein seltenes Exemplar, besonders in der heutigen Kinolandschaft.
(Regie Thomas von Steinaecker, Deutschland/USA 2022, 102 Min.)

DetailsReden wir mal darüber - Filmgespräche und Lesungen im Kinoptikum

Di, 20.6.
19 Uhr

PICKNICK IN MORIA

Mit der Kamera gegen die Hoffnungslosigkeit
Talib Shah Hossaini, ein afghanischer Filmemacher und Asylbewerber, lebt in Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Moria war das größte Flüchtlingslager in Europa bis es im Herbst 2020 bis auf die Grundmauern niederbrannte. Nach einem Jahr in diesem Lager steht Talib Shah kurz davor, die Hoffnung zu verlieren. Anstatt jedoch aufzugeben, beschließt er, sein Leiden in Kunst zu verwandeln und dreht den Film PICNIC – ein Einblick in das Leben tausender Flüchtlinge, die in Moria festsitzen. Die Dokumentarfilmerin Lina Lužyte folgt dem erwartungsgemäß turbulenten Dreh, während von draußen Brandstifter das Lager bedrohen. Bei aller harschen Kritik an der europäischen Asylpolitik ist dies auch eine Geschichte über Triumph und Erlösung und ein bewegendes Dokument über die Kraft der Kunst als Mittel zum Überleben.
(Regie Lina Lužytė, Deutschland 2022, 82 Min.)
Im Anschluss Filmgespräch unter der kompetenten Leitung von REFUGIO
Sa, 4.3.

SCHWEIGEND STEHT DER WALD

Filmgespräche im Kinoptikum
Ein düsteres Märchen über die unheilvolle Vergangenheit eines bayerischen Dorfes am Waldesgrund
Als Forststudentin verschlägt es Anja Grimm ausgerechnet in jene entlegene Gegend im Oberpfälzer Wald, wo sie als achtjähriges Mädchen mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat und ihr Vater spurlos verschwand. Kurz nach ihrer Ankunft passiert ein brutaler Mord. Schon bald erregt Anja mit ihrem Verdacht, dass der Täter etwas über das Schicksal ihres Vaters weiß, nicht nur bei den Dorfbewohnern Misstrauen und Feindseligkeit. Selbst die Polizei reagiert äußerst reserviert auf ihre Nachforschungen. Und als sich herausstellt, dass die junge Frau die Zeichen des Waldes lesen kann wie ein offenes Buch, mobilisieren sich Kräfte im Dorf, die scheinbar zu allem bereit sind. Exzellente Spannung samt aufklärerischem Mehrwert bietet dieser Thriller nach dem Roman von Wolfram Fleischhauer. Die mysteriöse Story handelt von Schuld und Sühne, es geht um persönliche Verantwortung und politische Moral. Und was hat Franz-Josef Strauß mit der ganzen Sache zu tun?
(Regie Saralisa Volm, Deutschland 2022, 95 Min.)
Im Anschluss Filmgespräch mit dem Schauspieler Johannes Herrschmann
Sa, 11.2.
19:30 Uhr

UNTER DEN WOLKEN - der Lesung zweiter Teil

Lesung im Kinoptikum
Achim Bogdahn präsentiert sein Buch Unter den Wolken
BR-Radiomoderator Achim Bogdahn schickt sich an, die höchsten Berge aller 16 Bundesländer zu erklimmen. Eigentlich interessiert er sichnicht fürs Wandern, aber als er von „Brocken-Benno“ hört, der im hohen Alter noch regelmäßigden Berg im Harz besteigt und damit sogar im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet ist,hat auch Achim Bogdahn die Abenteuerlust gepackt. Damit er nicht alleine wandert, lädt erbekannte Menschen aus den jeweiligen Regionen ein, ihn zu begleiten – von Bremen mit Henning Scherf bis zur Zugspitze mit Felix Neureuther. Unterwegs ist Achim Bogdahn nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, übernachtet wird auch nicht in Hotels, sondern bei meist wildfremden Menschen auf dem Sofa. Aus all diesen wunderbaren und zum Teil skurrilen Begegnungen mit Prominenten und Nicht-Prominenten ist ein Buch entstanden, ein Buch über Deutschland, über Begegnungen und Gespräche, über Menschen und über das Leben – mit vielen Umwegen, Anekdoten und Exkursen.
Vorverkauf bei Buch Dietl oder im Schwarzen Hahn, Eintritt 10,00 / 8,00 (ermäßigt für Schüler und Studenten)
Lesung im Kinoptikum

DetailsKinderKino - für klein und GROSS im 1. Halbjahr

Samstag und Sonntag, 15:30 Uhr, Eintritt 5 Euro
Sa, 7.1.
So, 5.3.
So 2.4.

DER KLEINE MAULWURF

Acht Zeichentrickgeschichten um den kleinen Maulwurf, der sich mit Hilfe seiner Freunde spielerisch die Welt aneignet und dabei stets die Erfahrung macht, dass es für alle Probleme eine Lösung gibt. Ein kindgerechtes Zeichentrickfilmprogramm, bestehend aus acht Maulwurf-"Klassikern", die mit viel Witz und liebenswürdigem Charme ihre pädagogischen Botschaften vermitteln. (Episoden: 1. "Maulwurf & Lutschbonbon" ("Krtek a lizatko", 1970); 2. "Maulwurf im Zoo" ("Krtek v Zoo", 1969); 3. "Maulwurf & Auto" ("Krtek a auticko", 1963); 4. "Maulwurf & Karneval" ("Krtek na karnevalu", 1975); 5. "Maulwurf & Bulldozer" ("Krtek a buldozer", 1975); 6. "Maulwurf & Kaugummi" ("Krtek a zvykacka", 1967); 7. "Maulwurf & Weihnachten" ("Krtek o vanovich", 1975); 8. "Maulwurf als Maler" ("Krtek malirem", 1972)
(Tschechien, 1963 - 75, 66 Min., empf. ab 5 Jahren)
So, 8.1.
Sa, 21.1.
So, 5.2.
Sa, 25.2.

LENE UND DIE GEISTER DES WALDES

Sommerferien im Wald – darauf hat die 7-jährige Lene aus Mecklenburg so gar keine Lust! Nichts als Bäume, Berge und Kinder, deren Sprache sie komisch findet: bayerisch! Doch dann ist da die Geschichte vom Wald-Peter, der in einer „Grotte der schlafenden Seelen“ gefangen sein soll, oder jene von der geheimnisvollen Wald-Ursel, deren Seele im Wald weiterlebt. Lene begegnet dem Wald-Obelix und einer coolen jungen Rangerin, lernt bayerischen Rap und die besten Verstecke im Wald kennen. Ein Film wie ein gelungener Urlaub: voller Abenteuer und Begegnungen mit Mensch und Tier. Die siebenjährige Protagonistin entführt das Publikum auf eine Entdeckungstour durch die magische Welt des Bayerischen Waldes. Insekten, Bäume, Steine und die sie umgebenden Legenden werden durch die schwebende Kamera und das fließende Sounddesign zu fühlbaren inneren Landschaften und Lenes Staunen öffnet Groß und Klein die Augen für die Wunder unserer Welt.
(Deutschland 2021, 99 Min., empf. ab 6 Jahren)
Sa, 14.1.
So, 22.1.
Sa 11.2.
So 26.3.

ARRIETTY - Die wundersame Welt der Borger

Als der kleine Junge Sho in das Haus seiner Großtante einzieht, entdeckt er die kleine Arrietty, die mit ihrer Familie unter den Dielen des Hauses lebt. Sie sind Borger und viel kleiner als die Menschen. Alle Gegenstände und die Nahrung die sie benötigen, „borgen“ sie sich von den Menschen, indem sie sich an deren Vorräten bedienen. Oberhalb der Dielen scheint alles überdimensional groß zu sein und es lauern viele Gefahren auf die kleinen Borger. Dass Sho Arrietty entdeckt, scheint für sie und ihre Eltern schlagartig alles zu ändern. Müssen sie ihr zuhause für immer verlassen, da sie im Haus von Shos Großtante nicht mehr sicher sind, oder können Sie Sho vertrauen? Ein nach den Kinderbüchern von Mary Norton liebenswert und charmant entwickelter japanischer Zeichentrickfilm. Kindgerecht und in liebevollen poetischen Bildern erzählt er eine Geschichte, die für den Respekt des Menschen vor allen anderen Lebensformen plädiert.
(Japan 2010, 94 Min., empf. ab 6 Jahren)

So, 15.1.
Sa, 4.2.
So 19.2.
Sa 18.3.

KNERTEN UND DIE SEESCHLANGE

Der siebenjährige Lillebror und sein hölzerner Freund Knerten verbringen den Sommer mit Tante Thea auf einer magischen Ferieninsel. Dort lernen sie die Nachbarstochter Eddy kennen, die alles über die Insel weiß. Zusammen treffen sie beim Spielen auf den Seeschlangenexperten Blegen. Dieser versucht mit seltsamen Apparaten eine Seeschlange anzulocken, die dort angeblich im Wasser leben soll – aber ohne Erfolg. Bei allem Spaß, den Lillebror und Eddy haben, bleibt Knerten auf der Strecke und fühlt sich vernachlässigt. Die Freundschaft zwischen Lillebror und Knerten wird auf die Probe gestellt während sie sich gemeinsam mit Eddy und Blegen auf eine aufregende Suche begeben, die den Sommer zum Besten aller Zeiten macht. Der Kinderfilm schließt an den nostalgisch-verspielten Look und den skurrilen Humor der Knerten-Reihe an und verbindet einmal mehr ein kindgerechtes Abenteuer mit der einfühlsamen Schilderung kindlicher Befindlichkeiten.
(Niederlande 2021, 72 Min., empf. ab 6 Jahren)

So, 28.1.
Sa, 7.2.
Sa 4.3.
So 19.3.

MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI

Zucchini - so lautet der Spitzname eines kleinen, neunjährigen Jungen, der nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter mit einem neuen Leben konfrontiert wird. Der fürsorgliche Polizist Raymond bringt ihn ins Heim zu Madame Papineau, wo er fortan mit anderen Kindern aufwächst und seinen Platz in der Gesellschaft sucht. Eines Tages stößt die mutige Camille zu ihnen und Zucchini ist zum ersten Mal im Leben ein bisschen verliebt... Mein Leben als Zucchini ist ein beeindruckender, warmherziger Animationsfilm für die ganze Familie, dem es gelingt auf leichtfüßige, aber lehrreiche Art und Weise, die unterschiedlichen, schwierigen Biografien der Kinder auf behutsame Weise zu beleuchten. (Schweiz/Frankreich 2015, 66 Min., empf. ab 6 Jahren)

So, 29.1.
Sa, 18.2.
So 12.3.
Sa 1.4.

DIE FALKEN - Alle für einen

Alljährlich findet auf einer Insel außerhalb Islands ein großes Fußballturnier für Kinder statt. Diese Mal geht der zehnjährige Jón mit seiner Mannschaft, den Falken, in den Wettbewerb. Doch der Start ist schwierig. Die Gegner foulen, der Schiedsrichter ist parteiisch und die Falken verlieren. Als Jón und sein Team jedoch herausfinden, warum ihre größten Konkurrenten vom ÍBV und insbesondere der Junge Ívar so brutal agieren, beschließen sie kurzerhand, ihren Feinden zu helfen.Mit spektakulären Bildern der vulkanischen Inselkette im Süden Islands und unter Beteiligung einheimischer Fußballstars erzählt der isländische Regisseur Hinriksson eine Geschichte, bei der es nicht nur um Fußball, sondern auch um Freundschaft, Mut und Zusammenhalt geht.
(Island/Schweden 2018, 92 Min., empf. ab 6 Jahren)

Sa, 11.3.

TOTTORI! - Kopfüber ins Abenteuer

Eine spannende Geschichte, ganz unaufgeregt und natürlich erzählt – skandinavisches Kinderkino, das Alt und Jung begeistert: Zusammen mit ihrem Vater unternehmen die fünfjährige Billie und die neunjährige Vega einen Ausflug in die norwegischen Wälder. Doch plötzlich stürzt ihr Vater in eine Felsspalte und ist auf die Hilfe der beiden Mädchen angewiesen. Sie ziehen los, um Hilfe zu holen. Doch das ist leichter als getan, denn sie sind nun auf sich gestellt und ihr Gegner ist die Wildnis. Doch die beiden sind klug und meistern die Herausforderung mit viel Einfallsreichtum und Mut.
(Niederlande, 2022, 81 Min., empf. ab 6 Jahren)

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